Ein Bildschirm zeigt den französischen Präsidenten Macron und die rechtsextreme Kandidatin Le Pen am Wahltag.

Emmanuel Macron und Marine Le Pen werden sich wohl ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.

Foto: Francois Mori/dpa/AP

Politik

Macron und Le Pen - So läuft der Zweikampf um den Élysée

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Von nord24
11. April 2022 // 06:35

Frankreich steht nach dem Erfolg des Liberalen Emmanuel Macron und der Rechten Marine Le Pen in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl vor einer Richtungsentscheidung.

Stichwahl in Frankreich am 24. April

Der 44 Jahre alte Amtsinhaber Macron und seine 53-Jährige Herausforderin Le Pen qualifizierten sich am Sonntag für die Stichwahl am 24. April. Deren Ausgang könnte über Frankreich hinaus Einfluss auf die Europäische Union, das deutsch-französische Verhältnis und möglicherweise auch auf die Unterstützung der Ukraine gegen die Invasion Russlands haben.

Macron liegt bei 27,60 Prozent

Bis zum frühen Montagmorgen waren nach Angaben des Innenministeriums 97 Prozent der Stimmen ausgezählt. Macron lag demnach mit 27,60 Prozent in Führung. Le Pen kam auf 23,41 Prozent. Seit Monaten hatten Umfragen eine Wiederauflage des Duells von 2017 zwischen dem Europafreund und der Europaskeptikerin vorausgesagt. Auf Platz drei landete mit 21,95 Prozent der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon. Historisch schlecht schnitten die beiden einstigen Volksparteien der Sozialisten und Konservativen ab.

So stehen die Chancen für Macron und für Le Pen

Beim Duell Macron-Le Pen von 2017 schlug der Liberale die Rechte noch sehr deutlich mit rund zwei Dritteln der Stimmen. Umfragen sagen diesmal ein deutlich knapperes Ergebnis voraus. Zudem gilt: In Frankreich gewann in der Vergangenheit immer wieder mal auch ein Kandidat im zweiten Durchgang, der in der ersten Runde noch auf Platz zwei lag. Für Macron und Le Pen geht es in den kommenden beiden Wochen darum, Wähler außerhalb ihres Lagers zu mobilisieren. Für den Amtsinhaber könnte das deutlich schwieriger werden als noch 2017 - auch wenn ihm zahlreiche gescheiterte Kandidaten am Sonntagabend ihre Unterstützung aussprachen. Vielen Franzosen gilt Macron nach fünf Jahren an der Macht als abgehoben.

Le Pen könnte als Siegerin Reformvorhaben der EU bremsen

Der zweite Wahlgang dürfte international mit Spannung und auch Sorge beobachtet werden. Sollte Le Pen gewinnen, wäre das für die EU nach dem Brexit und dem Wahlerfolg Donald Trumps 2016 in den USA ein weiterer Schock. Während Macron überzeugter Pro-Europäer ist und für eine Vertiefung der Union eintritt, steht Le Pen für eine nationalistische Politik des „Frankreich first“. Sie könnte ihr Land zum Bremser wichtiger Reformvorhaben der EU machen. Zwar hat Le Pen Extrempositionen wie den Austritt Frankreichs aus dem Euro aufgegeben. Aber Konfrontationen mit Brüssel wären mit ihr als Präsidentin programmiert. (dpa/mb)

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