Ein russischer Soldat (M) redet bei einer Gerichtsverhandlung in Kiew mit seiner Übersetzerin.

Der 21-Jährige hatte vor Gericht in der ukrainischen Hauptstadt ausgesagt, auf Befehl einen 62-Jährigen Zivilisten im Dorf Tschupachiwka im Gebiet Sumy erschossen zu haben.

Foto: Natacha Pisarenko/AP/dpa

Politik

Russe im ersten Kriegsverbrecherprozess in Kiew verurteilt

Von dpa
23. Mai 2022 // 15:05

Ein 21 Jahre alter Soldat ist zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden.

Beschuldigter schoss auf 62-jährigen Zivilisten

Im ersten ukrainischen Kriegsverbrecherprozess ist ein 21 Jahre alter russischer Soldat zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht in Kiew sah es am Montag nach einem Geständnis des Mannes als erwiesen an, dass der Panzersoldat nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 28. Februar einen unbewaffneten 62-Jährigen Zivilisten erschoss. Nach dem weltweiten Entsetzen über russische Gräueltaten in der Ukraine war dies der erste vor Gericht verhandelte Fall. Der Beschuldigte hat nun 30 Tage Zeit, um Berufung einzulegen. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Verteidigung plädierte auf Freispruch

Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft beantragt. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch, weil der Soldat einen Befehl ausgeführt habe. Es ist der erste Fall eines Kriegsverbrechens, der in der Ukraine seit Beginn der russischen Invasion vor Gericht verhandelt wurde. (dpa/dm)

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