Am Freitag erscheint das neue Album von Rapper Eko Fresh.

Am Freitag erscheint das neue Album von Rapper Eko Fresh.

Foto: Ossinger/dpa

Promis

Kritik an der AfD - Rapper Eko Fresh überrascht mit neuem Album

Von nord24
19. April 2016 // 15:16

Dicke Autos, dicke Egos, dicke Hosen - darum geht es oft im Rap. Der Kölner Eko Fresh hat zuletzt neue Themen für sich erschlossen, etwa die AfD und die Debatte nach der Silvesternacht. Sein neues Album sieht er als Blick aus einer Kölner "Halbwelt".

Aufdringliche Fans besuchten Eko Fresh zu Hause

Eko Fresh ist nicht König von Deutschland geworden, obwohl er das ja in seinem gleichnamigen Hit vor mehr als zehn Jahren prophezeit hatte ("Wenn du ihn nicht kennst, gewöhne dich neu dran, er ist in Zukunft König von Deutschland"). Aber in Köln-Kalk, da weht ein Hauch von majestätischer Verehrung. Manchmal sogar etwas zu viel. "Jeder wusste, wo ich wohne", berichtet der Rapper, der mittlerweile aus seinem jahrelangen Stamm-Stadtteil weggezogen ist. "Manchmal haben die Leute bei mir geklingelt und nach einem Foto gefragt." Das ging irgendwann nicht mehr. Jetzt ist er eine Art Regent im Exil.

Kritik an AfD auf neuem Album

Noch immer ist Eko, der eigentlich Ekrem Bora heißt, häufig in Köln-Kalk anzutreffen, mit seinen Freunden. Auf seinem neuen Album "Freezy", das am Freitag erscheint, dreht sich viel um Köln und um Kalk. Was man vielleicht nicht so erwartet hätte. Denn als so richtig cool gilt der Stadtteil eigentlich nicht, irgendwie unpassend zum Hip-Hop-Geschäft könnte man meinen. Gleiches mag mancher über die AfD sagen. Aber auch die ist bei Eko Fresh zu einem Hauptthema geworden. Wie konnte es soweit kommen?

Erfolgreichste Phase vor einem Jahrzehnt

Groß geworden in Köln und Mönchengladbach hatte Eko Fresh schon früh Erfolg - siehe "König von Deutschland" - zu einer Zeit, als das Internet die Musikindustrie noch nicht komplett umgekrempelt hatte. Er zog nach Berlin, verdiente gut, stritt sich mit seinem Label und kam zurück nach Köln. Es wurde etwas ruhiger um ihn. Sehr ruhig. "Irgendwann saß ich dann da in Kalk und habe abgehangen", fasst er zusammen.

Eko Fresh äußert sich in Songs zu politischen Themen

Mittlerweile ist das wieder anders, nicht nur, weil er nun auch Schauspieler ist ("Blockbustaz", "3 Türken und ein Baby") und seine Platten in die Charts gehen. Der deutsch-türkische Rapper ist politischer geworden, die Themen scheinen zwangsläufig auf ihn zugekommen zu sein. Plötzlich wird er zu Migration befragt. Oder gilt als eine Art Erklärer jenes Kölns, das nach der Silvesternacht in Verruf geraten ist. "Viele Menschen in Köln-Kalk, wo ich herkomme, tun mir heute etwas leid. Viele haben seit Jahren ihre Geschäfte dort und jetzt auf einmal sind da regelmäßig diese riesigen Razzien", sagt er.

Abrechnung mit den Köln-Tätern nach Silvester

Der 32-Jährige hat die neue Rolle allerdings auch angenommen. Zuletzt veröffentlichte er neben der Arbeit am neuen Album immer wieder Raps im Internet, die man als Kommentar zum aktuellen Tagesgeschehen werten musste. Etwa über die Wahlergebnisse der AfD ("AFD - Albtraum für Deutschland") - was ein kleiner viraler Hit wurde - und über die Silvesternacht ("Domplatten Massaker"). Darin beschwor er das gute, solidarische Köln und rechnete mit den Tätern ab. Zum Teil natürlich im deftigen Rap-Duktus. Aber man merkte, dass da jemand recht genau die Nachrichtenlage verfolgt.

Eko Fresh outet sich als Merkel-Fan

Man könnte nun einwenden, dass Eko Fresh etwas Gefahr läuft, eine Art Konstantin Wecker des deutschen Hip-Hops zu werden - politisch-korrekt und stets wissend, wo die vermeintlich gute Seite ist. Im AfD-Song stellt er sich sogar schützend vor die Kanzlerin ("Jeder, der meine Angie anmacht, kriegt es jetzt mit uns zu tun").

Musikalisch bleibt er seiner Linie treu

Zur Beruhigung seiner Fans: Das neue Album ist in Sprache und Sound ein Eko-Fresh-Album geblieben, mit handwerklich gutem Hip-Hop. Nur eben mit Köln-Kalk-Zungenschlag. Er "cruist" durch Köln ("Puff Daddy") und lässt sich als "Gheddo Chef" feiern. Gangster-Rap mache er ja nicht, sagt er. Aber er habe "eine Prise Straße dabei". "Weil ich es selbst erlebt habe."

Umfrage In Niedersachsen gibt es keine generelle Quarantänepflicht mehr.

War es richtig, die generelle Quarantänepflicht aufzuheben?

6737 abgegebene Stimmen
Folge nord24 via Messenger
Folge den Pinguins via Messenger
Folge uns auf Facebook
Besuche uns auf Facebook
Abonniere uns auf Instagram
nord24 auf Instagram