Waldbrände im Amazonas: Bolsonaro gibt DiCaprio die Schuld

Der brasilianische Staatschef Jair Bolsonaro geht keinen Streit aus dem Weg - jetzt greift er Hollywoodstar Leonardo DiCaprio (Bild) an. Der Vorwurf: Der Hollywoodstar soll Umweltschützer unterstützen, die im Amazonasgebiet Feuer legen.

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Waldbrände im Amazonas: Bolsonaro gibt DiCaprio die Schuld

Von nord24
30. November 2019 // 21:30

Brasiliens rechter Präsident Jair Bolsonaro hat den US-Schauspieler und Umweltaktivisten Leonardo DiCaprio für die jüngsten Brände im Amazonasregenwald verantwortlich gemacht. "Leonardo DiCaprio ist ein netter Kerl, oder?", sagte der Staatschef am Freitag vor der Präsidentenresidenz in Brasília zu Anhängern. "Geld geben, um den Amazonas in Brand zu stecken." Beweise für seine schweren Vorwürfe legte Bolsonaro zunächst nicht vor.

Bolsonaro: Lege ein Feuer, mache Fotos

Zuvor warf Bolsonaro bereits Nichtregierungsorganisationen (NGO) vor, die Brände gelegt zu haben, um mit Hilfe der dramatischen Bilder dann mehr Spendengelder einsammeln zu können. "Was haben die NGO-Leute getan? Was ist einfacher? Lege ein Feuer, mache Fotos, filme, starte eine Kampagne gegen Brasilien, kontaktiere Leute wie Leonardo DiCaprio und Leonardo DiCaprio gibt dir 500 000 Dollar", sagte Bolsonaro kürzlich. "Ein Teil ging an die Leute, die Feuer gelegt haben, stimmt`s? Leonardo DiCaprio hat mit den Bränden im Amazonasgebiet etwas zu tun."

WWF weist Vorwürfe zurück

Die Umweltschutzorganisation WWF wies die Vorwürfe zurück. "Korruption war und ist die Hauptursache für die Zerstörung des Amazonasgebiets, für Landraub, Gewalt gegen lokale Gemeinschaften und indigene Völker, illegale Aktivitäten und Holzdiebstahl", hieß es in einer Stellungnahme. "Was wir von der Regierung erwarten, ist der Mut, das Problem der Brandstiftung und der Bodenspekulation anzugehen."

DiCaprio hat fünf Millionen US-Dollar zugesagt

Angesichts der verheerenden Brände hatte DiCaprio im August über seine Earth Alliance fünf Millionen US-Dollar für den Schutz des Regenwaldes in Brasilien und die Unterstützung der indigenen Gemeinschaften in der Region zugesagt.