Der französische Spitzenkoch Paul Bocuse im März 2011 in der Küche seines Sternerestaurants "L_Auberge du Pont de Collonges".

Der französische Koch Paul Bocuse im März 2011 in der Küche seines Sternerestaurants "L'Auberge du Pont de Collonges".

Foto:  Cipriani/dpa

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Der weltberühmte Koch Paul Bocuse ist tot

Von nord24
20. Januar 2018 // 16:07

Der weltberühmte Koch Paul Bocuse ist tot. Er starb am heutigen Sonnabend in seinem Restaurant "L'Auberge du Pont de Collonges" in seinem Heimatort Collonges-au-Mont-d'Or in der Nähe von Lyon, in dem er auch 1926 zur Welt gekommen war, wie französische Medien übereinstimmend berichteten.

Drei Michelin-Sterne für Kochkünste

"Paul Bocuse ist tot", twitterte der französische Innenminister und frühere Bürgermeister von Lyon, Gérard Collomb. "Die Gastronomie trauert. Monsieur Paul war Frankreich. Einfachheit und Großzügigkeit. Vorzüglichkeit und die Kunst zu leben. Der Papst der Gastronomen hat uns verlassen." Bocuse - Markenzeichen: Trikolore-Kragen und hohe Kochmütze - hatte zwischen 1958 und 1965 drei Michelin-Sterne für seine Künste verliehen bekommen. Er verlor sie nie.

Präsident würdigt Bocuse

Präsident Emmanuel Macron würdigte Bocuse als "die Inkarnation der französischen Küche". "Sein Name steht in der französischen Küche für Großzügigkeit, für Respekt der Traditionen und auch für seinen Einfallsreichtum." Die französische Gastronomie verliere "eine mythische Figur, die sie in großer Form geprägt hat", teilte Macron mit. Alle Köche weinten um ihn, "im Elysée und in ganz Frankreich. Aber sie werden seine Arbeit fortsetzen."

Tim Mälzer twittert: Eine Legende ist tot

"Paul Bocuse ist in den letzten 50 Jahren sicherlich in der Welt das Aushängeschild für Küchenkultur, für Hochküche und für Kulturprägung in der Küche", sagte einmal der deutsche Sterne-Koch Frank Rosin ("Rosins Restaurants" auf Kabel eins). Der deutsche TV-Koch Tim Mälzer twitterte nach Bocuses Tod: "91 lange Jahre. Eine Legende ist tot. Ruhe in Frieden Paul Bocuse."

Gastronomieführer kürt ihn zum Koch des Jahrhunderts

Bocuse galt als der "Papst der französischen Küche", der Gastronomieführer "Gault&Millau" nannte ihn "Koch des Jahrhunderts". Sein Drei-Sterne-Tempel "L'Auberge du Pont de Collonges" galt als Pilgerort für Gourmets aus aller Welt: Paul Bocuse schlug in der französischen Spitzengastronomie so ziemlich alle Rekorde.

Sein Prinzip: Einfache Zubereitung, frische Zutaten, Regionalität

Der Spitzenkoch wurde weit über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus zur Ikone der verfeinerten Lebensart mit exquisiten Speisen und Getränken. Bocuse gehörte zu den Vertretern der "Nouvelle Cuisine", eine Bewegung damals junger Köche, die die französische Küche entstauben wollten. Einfache Zubereitung, frische Zutaten, Regionalität - das waren die Grundlinien.

20 Restaurants gegründet

Bocuse gründete mindestens 20 Restaurants, einige auch in Japan. Der Herd und sein Geschäftssinn machten ihn reich: Sein geschätztes Vermögen betrug 50 Millionen Euro. Die französische Nachrichtenagentur AFP nannte ihn am Samstag einen "Epikur mit überbordender Energie, einen unermüdlicher Globetrotter, der sein Leben der Gastronomie gewidmet hat."

Er liebte Butter, Sahne und Wein

In seinem Buch "Paul Bocuse, le Feu sacré", das 2005 erschien, bezeichnete sich "Monsieur Paul" als ein Anhänger der traditionellen Küche, der "Butter liebt, Sahne und Wein" und nicht etwa "kleine Erbsen durch vier geteilt". Seine Arbeit war sein Leben: "Ich arbeite so, als würde ich 100 Jahre leben und ich genieße das Leben, als wäre jeder Tag der letzte."

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