Eröffnung des Lloyd Design Centers.  Foto Scheschonka

Eröffnung des Lloyd Design Centers. Foto Scheschonka

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Schiffe & Häfen

Lloyd Werft nimmt Design-Center in Betrieb

Von Christoph Barth
9. Mai 2016 // 15:37

Die Lloyd Werft hat am Montag in Bremerhaven ihr neues Design-Center offiziell in Betrieb genommen. In dem Gebäude soll die Konstruktionsabteilung mit 250 Ingenieuren untergebracht werden, die künftig für die neu formierte Werftgruppe Schiffe entwirft. Am Nachmittag folgte der Baubeginn für vier Flusskreuzfahrtschiffe. „Wir schlagen damit ein neues Kapitel in der Schiffbaugeschichte Bremerhavens und Mecklenburg-Vorpommerns auf“, sagte Rüdiger Pallentin, Vorstandschef der Lloyd Werft. Das Gebäude, in dem das Design-Center untergebracht ist, war im Zuge des Schrumpfungsprozesses der Werft vor einigen Jahren bereits stillgelegt worden und sollte eigentlich abgerissen werden. Jetzt wird es zum Kernstück eines neues Werftenverbundes, den der malaysische Finanzinvestor Lim Kok Thai in den vergangenen Monaten geschmiedet hat.

Verträge für zehn Schiffe

Mit der Übernahme der Bremerhavener Lloyd Werft und der ostdeutschen Nordic Yards mit den Standorten Wismar, Rostock und Stralsund will Lim die Produktion von Kreuzfahrtschiffen speziell für den wachsenden asiatischen Markt vorantreiben. Heute will der Chef des Genting-Konzerns in Wismar die Verträge für den Bau von zehn Schiffen unterzeichnen: sechs Flusskreuzfahrtschiffe, drei große Kreuzfahrtschiffe und eine Expeditionsyacht. Weitere Aufträge von Genting-Reedereien werden folgen. Darüber hinaus soll die Werftgruppe auch für andere Kunden arbeiten. Das Ziel: drei neue Schiffe pro Jahr. Geplant und entworfen werden all diese Schiffe künftig in dem neuen Lloyd Werft Design Center an der Brückenstraße. „Dies hier wird der Kern der Schiffskonstruktion“, kündigte Hui Lim an, Sohn des Genting-Chefs und im Konzern zuständig für die Informationstechnologien.

250 Ingenieure für die Schiffskonstruktion

Dazu wurde das leer stehende, mehr als 100 Jahre alte Gebäude in den vergangenen Monaten grundlegend renoviert. Die Zahl der Ingenieure in der Konstruktionabteilung, die dort arbeiten, soll von 100 auf 250 aufgestockt werden. Sie erstellen das sogenannte „basic design“ der Schiffe; die Feinplanung für die Produktion erfolgt an den Werftstandorten. Die ersten Schiffe, die der neue Werftenverbund abliefern soll, sind vier Flusskreuzfahrtschiffe von 110 und 135 Metern Länge. Der Brennstart – offizieller Beginn des Baus – erfolgte am Nachmittag bei BVT auf dem ehemaligen Vulkan-Gelände in Bremen-Vegesack. Die Rönner-Tochter soll die Stahlrümpfe der Schiffe liefern – die Ausrüstung erfolgt dann auf der Lloyd Werft in Bremerhaven: Ablieferungstermin: Sommer 2017.

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