Der Dampfeisbrecher „Wal“ liegt im Hafen.

Der Dampfeisbrecher „Wal“ steht vor einer sorgenvollen Zukunft.

Foto: Arnd Hartmann

Schiffe & Häfen

Dampfeisbrecher „Wal“ vor ungewisser Zukunft

18. Mai 2022 // 07:20

2,2 Millionen Euro würden Kesselreparaturen an der „Wal“ kosten. Geld, das nicht da ist. Doch das ist nicht das einzige Problem des Dampfeisbrechers.

Dampfeisbrecher „Wal“ in rauer See

Steigende Energiekosten, sinkende Einnahmen durch Gästebeschränkungen und ein großer Finanzbedarf für Kesselreparaturen: „Es wird immer enger für den Erhalt der „Wal“, so Heino Tietjen, stellvertretender Vorsitzender der Schiffahrts-Compagnie Bremerhaven, bei der Mitgliederversammlung des Vereins.

Preis für leichtes Heizöl steigt um 50 Prozent

Wie ernst die Lage ist, erklärte Vorsitzender Rüdiger Pallentin am Beispiel der immens gestiegenen Betriebskosten für den Dampfeisbrecher: 400 Liter leichtes Heizöl braucht das Schiff pro Fahrtstunde. Und der Preis dafür ist in den vergangenen Monaten um rund 50 Prozent gestiegen. Die Folge: Die bisher kalkulierten Preise für Gästefahrten müssen erhöht werden. Ob die Fahrten dann überhaupt noch attraktiv und bezahlbar seien, beschäftigte die Mitgliederversammlung intensiv.

Ärgerliche Personenbeschränkungen

Sorgen bereiten dem Verein mit seinen rund 230 Mitgliedern auch die neuen Sicherheitsvorschriften für Traditionsschiffe: Maximal 79 Personen dürfen bei Tagesfahrten an Bord sein, bei Mehrtagesfahrten nur diejenigen, die auch eine Koje haben – das sind dann nur 38 Gäste. Eine weitere Regelung, die schmerzt: Die „Wal“ darf sich bei Gästefahrten nur 15 Seemeilen vom nächsten sicheren Hafen entfernt bewegen – eine Tagesfahrt nach Helgoland? Ausgeschlossen!

2,2 Millionen Euro für Kesselreparaturen

Der dickste Brocken für die Zukunft des Dampfeisbrechers: Die beiden Kessel müssen erneuert werden. 1960 war der Betrieb der „Wal“ von Kohle auf leichtes Heizöl umgestellt worden. Nach über 60 Jahren zeigen die Kessel nun Verschleißerscheinungen. Mittelfristig müssen alle Kesselrohre erneuert werden. Die geschätzten Kosten dafür liegen bei rund 2,2 Millionen Euro. Geld, das der Verein nicht aus eigener Kraft aufbringen kann. Deshalb hofft die Schiffahrts-Compagnie auf die Hilfe der Stadt und führt Gespräche.

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