Die Atemluft unter Alltagsmasken ist für alle ungefährlich - im Netz hatten sich anders lautende Gerüchte verbreitet.

Die Atemluft unter Alltagsmasken ist für alle ungefährlich - im Netz hatten sich anders lautende Gerüchte verbreitet.

Foto: dpa

Service

Ausatmen unterm Mundschutz: Ist das gefährlich?

Von nord24
24. April 2020 // 17:30

Für den Schutz in Zeiten der Corona-Pandemie empfehlen Virologen, Mund und Nase abzudecken. Doch kommen im Netz Stimmen auf, die vor gesundheitlichen Folgen warnen. Wir haben die Fakten für euch geprüft.

Die Behauptung

Weil die Luft beim Ausatmen nicht entweichen könne, steige der Anteil von Kohlendioxid (CO2) im Blut. Besonders für kleine Kinder sei das gefährlich.

Die Bewertung

Falsch. Ein Arzt gibt bei gewöhnlichen Stoffmasken Entwarnung.

Die Fakten

Alle können einen Mundschutz aus Stoff tragen - auch Kinder. „Das ist gar kein Problem“, sagt der Berliner Mediziner und Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Jakob Maske. „CO2 ist ein Gas und bleibt im Stoff nicht hängen.“ Dieser sei ja kein luftundurchlässiges Plastik. Von komplett geschlossenen Abdeckungen - wie etwa Staubschutzmasken aus dem Baumarkt - rät der Kinderarzt allerdings ab.

Auch für kleine Kinder keine Gefahr

Erwachsene atmeten mehr Luft ein und aus als Kinder. Das geringere Lungenvolumen bei Kindern sei jedoch nicht so klein, als dass die Atemluft Platz zwischen Gesicht und Mundschutz hätte, so Maske. „Da besteht auch für kleinste Kinder keinerlei Gefahr.“ Mit jedem Atemzug komme wieder ausreichend frische, sauerstoffreiche Luft in die Lungen.

Nicht für Kinder unter zwei Jahre

Es gibt jedoch altersbedingte Einschränkungen. „Unter zwei Jahren kann ein Kind kaum einen Gesichtsschutz tragen“, sagte der Kinder- und Jugendarzt Ulrich Fegeler, ebenfalls Mitglied des Verbandes BVKJ. „Und sollten Spielplätze wieder frei zugänglich sein, birgt der Mund-Nasen-Schutz auch die Gefahr, dass ein Kind daran hängen bleiben kann.“

Keine Staubsaugerbeutel verwenden

Zudem: Wer sich selbst einen Schutz bastelt, sollte keine Staubsaugerbeutel verwenden. Denn diese enthalten nach Angaben des Drogerieunternehmens dm häufig ein feines antibakteriell wirkendes Pulver. Dieses einzuatmen sei „sowohl für Lunge als auch Verdauungsorgane gesundheitsschädigend“, heißt es.

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