Nachdem das Coronavirus sich zunächst in Urlaubsgebieten ausbreitete, tritt es aktuell vor allem dort auf, wo Menschen eng zusammen wohnen: Ein aktueller Hotspot ist Berlin.

Nachdem das Coronavirus sich zunächst in Urlaubsgebieten ausbreitete, tritt es aktuell vor allem dort auf, wo Menschen eng zusammen wohnen: Ein aktueller Hotspot ist Berlin.

Foto: picture alliance/dpa

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Corona-Ausbruch in Berliner Wohnblock - 369 Haushalte in Quarantäne

Von Lennart Stock; Corinna Schwanhold
16. Juni 2020 // 17:17

Wenn das Coronavirus momentan auf sich aufmerksam macht, dann schnellen die Fallzahlen gleich richtig in die Höhe. Die Seestadt und der angrenzende Landkreis Cuxhaven haben das bereits erlebt. Jetzt ist in Berlin ein Wohnblock betroffen. Einen ähnlichen Fall gab es bereits Anfang Juni in Göttingen.

57 Infizierte - darunter auch Kinder

Nachdem es in einem Wohnblock im Berliner Bezirk Neukölln einen größeren Corona-Ausbruch gegeben hat, stehen 369 Haushalte unter Quarantäne. Die Betroffenen lebten an sieben Standorten in verschiedenen Kiezen, sagte Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) am Dienstag. Pro Haushalt werden demnach bis zu zehn Bewohner vermutet, genaue Zahlen lagen zunächst nicht vor. Inzwischen hat sich Liecke zufolge die Zahl der positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Menschen in dem Zusammenhang auf 57 erhöht, darunter auch Kinder.

Das Virus trifft die schwächsten der Gesellschaft

Laut Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) sind die Wohnverhältnisse vor Ort sehr beengt. Nachdem das Virus in Europa zunächst in Skigebieten grassierte, sei es nun auch in Mietskasernen angekommen, sagte Hikel. Es treffe die Schwächsten der Gesellschaft. Sozialarbeiter seien vor Ort, für den kurzfristigen Bedarf der Menschen in Quarantäne würden Hilfspakete organisiert.

149 Landkreise ohne Neuinfektion

Weitere Landkreise mit vielen Neuinfektionen gerechnet auf 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen sind laut Robert Koch-Institut (RKI) Aichach-Friedberg, Gütersloh, Greiz und Verden. 149 von 412 Landkreisen haben keine Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen registriert. In den letzten 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI 378 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 186 839 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Stand 16. Juni).

R-Wert über der kritischen Marke bei 1,19

8.800 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 9 im Vergleich zum Vortag. Etwa 173.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 500 mehr als noch einen Tag zuvor. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag erneut über der kritischen Marke von 1,0, und zwar bei 1,19 (Stand 15.6., 0.00 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 1,05 gelegen.

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