An der Blüte ist der Giersch (Wissenschaftlicher Name: Aegopodium podagraria flower) gut zu erkennen.

An der Blüte ist der Giersch (Wissenschaftlicher Name: Aegopodium podagraria flower) gut zu erkennen.

Foto: Colourbox

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Kraut des Monats: Giersch

Von nord24
6. Juni 2020 // 12:00

Breitet sich der Giersch wieder in allen Beeten aus und ist kaum loszuwerden? Wie wäre es damit, ihn einfach mal aufzuessen? Aus den Blättern des ungeliebten Mitbewohners lässt sich ein leckerer Salat zubereiten. Und wer nur mit Salat nicht dagegen ankommt, für den gibt es viele weitere Möglichkeiten den Gärtnerschreck in leckere Gerichte zu verwandeln.

Superfood Giersch

Der Giersch versorgte die Menschen schon in Lebensmittelmangelzeiten mit notwendigen Vitaminen. Auch heute strotzt er immer noch vor Vitamin C, Provitamin A und Mineralien wie Eisen und Magnesium. „Mit etwa 100 Gramm Giersch ist der Tagesbedarf an Vitamin C schon mehr als gedeckt“, erklärt Sonja Pannenbecker, Referentin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Bremen. „Auch sein Eiweißgehalt ist für ein Wildkraut beachtlich. Giersch übertrifft mit um die 5 Gramm sogar Spinat mit seinem Eiweißgehalt.“

Junge Blätter sind roh essbar

Für den rohen Verzehr eignen sich am besten die jungen Blätter. Besonders zart sind sie, wenn sie gerade aufgehen. „Im Geschmack erinnert roher Giersch an eine Mischung aus Mohrrüben und Petersilie. Wenn er gekocht ist, schmeckt er ähnlich wie Spinat“, ergänzt Sonja Pannenbecker. Bei älteren Blättern sollte der harte Blattstiel allerdings abgeschnitten werden, da die gesamten Blätter zunehmend fester und intensiver im Geschmack werden. Sie eignen sich deshalb besser für gekochte Gerichte oder auch zum Trocknen, um jederzeit etwas Giersch vorrätig zu haben. Doch nicht nur die Blätter sind essbar, auch die hellen Blüten können verzehrt werden. Sie können in Salate gegeben, aber auch paniert und anschließend gebraten werden.

Augen auf bei der Ernte

Bei der Ernte besteht eine Verwechslungsgefahr zu giftiger Hundspetersilie und dem Gefleckten Schierling. „Der Giersch ist jedoch an seinem Stängel gut zu erkennen,“ erklärt Pannenbecker. „Denn der Gierschstängel ist im Gegensatz zu seinen Doppelgängern mit rundem Stiel dreikantig - ist er abgeschnitten, sieht die Schnittfläche aus wie ein Dreieck.“

Die Stängel und Stile des Giersch sind gut am dreieckigen Querschnitt zu erkennen. Junge Blätter kann man roh essen.

Die Stängel und Stile des Giersch sind gut am dreieckigen Querschnitt zu erkennen. Junge Blätter kann man roh essen.

Foto: Colourbox

Das ganze Jahr die Blätter ernten

Das ganze Jahr über kann von den Blättern geerntet werden. Wer sich bei jedem selbst gepflückten Gericht fragt, ob der Giersch durch diese stetige Ernte möglicherweise, oder auch hoffentlich, bald weg ist, dem sei gesagt: So leicht wird man den Giersch nicht los. Aber immerhin sorgt er so für Freude auf dem Teller.

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