Mars ruft Schokoriegel zurück

Riesenrückruf für Schokoriegel: Der US-Süßwarengigant Mars warnt seine Kunden vor dem Verzehr von Süßigkeiten der Marken Mars und Snickers sowie von einigen Produkten der Marken Milky Way und Celebrations.

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Mars-Rückruf: Kunden bekommen Süßes

Von nord24
24. Februar 2016 // 14:01

Kein Geld, sondern Süßigkeiten: Der Schokoriegel-Hersteller Mars will vom Rückruf betroffene Kunden mit Produkten aus seinem Sortiment entschädigen. "Die Verbraucher können aussuchen, welche unserer Produkte sie wollen, und sie bekommen natürlich auch noch etwas obendrauf", sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch in Viersen. Die zurückgegebenen Produkte will der US-Konzern vernichten. Nach Angaben der EU-Kommission und von Mars in den Niederlanden sind von dem Rückruf mehr als 50 Staaten betroffen.

Erstickungsgefahr nicht auszuschließen

Der Süßwarengigant hatte am Dienstag vor dem Verzehr von Süßigkeiten der Marken Mars, Snickers, Milky Way Minis und Celebrations gewarnt und die Kunden aufgefordert, Produkte mit bestimmten Mindesthaltbarkeitsdaten zurückzugeben. Zuvor hatte sich eine Kundin aus Deutschland über ein fast einen halben Zentimeter großes Kunststoffteil in einem Schokoriegel beschwert. Eine Erstickungsgefahr sei nicht auszuschließen, begründete das Unternehmen den Rückruf.

Lidl und Real erstatten Kaufpreis

Erste Einzelhändler wie der Discounter Lidl und die SB-Warenhauskette Real teilten mit, Kunden könnten die in ihren Läden gekauften Produkte dort zurückgeben und erhielten den Kaufpreis erstattet. Lidl kündigte an, betroffene Waren im Interesse der Kundenzufriedenheit auch ohne Vorlage des Kassenbons zurückzunehmen.

Kunden reagieren unterschiedlich

Die Kundenreaktionen auf den Rückruf seien gemischt, berichtete der Mars-Sprecher. Natürlich gebe es Kunden, die sauer seien, dass so etwas überhaupt passieren könne. Doch es gebe auch sehr viele positive Reaktionen darauf, dass das Unternehmen trotz nur eines Vorfalls eine solche Rückrufaktion gestartet habe.

Rückruf ist Zeichen eines Kulturwandels

Die Politikerin Renate Künast (Grüne) sieht die groß angelegte Rückrufaktion als Zeichen eines Kulturwandels. "Früher hat man manches vertuscht", sagte die Vorsitzende des Verbraucherschutz-Ausschusses des Bundestags. "Mittlerweile haben einige gelernt, dass die Rückrufaktion auch eine Metabotschaft hat. Und die ist nämlich: Es funktioniert, dass ich mir Gedanken um die Sicherheit des Kunden mache", sagte Künast. Das gelte gerade für internationale Unternehmen wie Mars.

Mars stockt Kapazitäten auf

Nachdem die Kundenanfragen am Dienstag die Website und die Call-Center des Unternehmens völlig überfordert hatten, stockte das Unternehmen seine Kapazitäten massiv auf. Bei der von Mars genannten Hotline (02162/500-2150) gingen Tausende Anrufe ein. Deutschland sei wohl mit am heftigsten von dem Rückruf betroffen, hieß es bei Mars in Viersen.

Plastikdeckel in Produktionsprozess gelangt

Grund für den Rückruf war ein Fehler bei der Produktion in Veghel (Niederlande). Beim Austauschen einer Leitung sei ein Plastikdeckel in den Produktionsprozess gelangt, sagte Jack Tabbers, Direktor von Mars in den Niederlanden, am Mittwoch dem niederländischen Radiosender BNR. "Das haben wir zu spät entdeckt." Das Plastikteil von etwa 15 Zentimetern Durchmesser sei zerkleinert worden und habe daher spitze Kanten. "Dadurch besteht die Möglichkeit, dass sich kleine Kinder verletzen oder sogar ersticken."

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