Die Anzeigetafel am Gladbacher Bökelberg am 1. Mai 1984: Die Borussia hat Werder Bremen mit 5.4 in einem   irren DFB-Pokalspiel bezwungen.

Die Anzeigetafel am Gladbacher Bökelberg am 1. Mai 1984: Die Borussia hat Werder Bremen mit 5.4 in einem irren DFB-Pokalspiel bezwungen.

Foto: Hansen

Sport
Werder Bremen

Gladbach gegen Werder: Erinnerungen an ein irres Spektakel

Von Marcus Kretzner
15. Dezember 2015 // 08:00

Es gibt diese Fußball-Spiele, die unvergessen bleiben. Spiele, die sich in die Köpfe von Millionen Fußballfans eingebrannt haben. Das DFB-Pokal-Halbfinale Borussia Mönchengladbach gegen Werder Bremen am 1. Mai 1984 war so eines. Am heutigen Dienstag stehen sich beide Teams erneut im Pokal gegenüber.

Erstmals ein Halbfinale live im TV

Es ist der Tag der Arbeit, 1. Mai 1984. Erstmals wird das DFB-Pokal-Halbfinale live übertragen. Das gab es zuvor noch nie. Am Bökelberg herrscht eine südländische Atmosphäre, 34 500 Zuschauer sind im Stadion. 40 Minuten lang tasten sich beide Mannschaften ab, es passiert nicht viel auf dem Rasen. Doch dann trifft Gladbachs Nationalspieler und zukünftiger Bayern-Akteur Lothar Matthäus zum 1:0 für Gladbach – der Auftakt zu einem Spektakel. Werder gelingt postwendend durch Norbert Meier der Ausgleich, bevor Norbert Ringels sofort darauf die erneute Gladbacher Führung erzielt. Drei Tore in vier Minuten – Halbzeit, 2:1 für Borussia.

Aus dem Bremer Block fliegt eine Tränengasbombe

Nach Wiederanpfiff kocht die Stimmung auf den Rängen immer höher, aus dem Bremer Block fliegt eine Tränengasbombe. Gladbachs Torhüter Uli Sude bekommt eine volle Ladung des Reizgases ab, ebenso wie Gladbachs Uwe Rahn, Bremens Wolfgang Sidka und viele Zuschauer. Dem Spiel droht der Abbruch, Schiedsrichter Franz-Josef Hontheim unterbricht die Partie für mehrere Minuten.

Es schlägt die große Stunde des Jokers Hans-Jörg Criens

76. Minute, Uwe Rahn bringt Gladbach 3:1 in Führung. „Das ist mehr als eine Vorentscheidung“, ist sich Fassbender sicher. Doch das Blatt wendet sich. Nur eine Minute später verkürzt Benno Möhlmann auf 2:3. Dann der Ausgleich – Wolfgang Sidka köpft in der 80. Minute das 3:3. Das Werder-Herz hüpft vor Freude, doch es kommt noch besser. Uwe Reinders bringt Bremen mit 4:3 in Führung. Direkt vor diesem Treffer hat Borussen-Trainer Jupp Heynckes mit Uli Borowka und Hans-Jörg Criens zwei frische Kräfte gebracht. Criens, 23 Jahre jung, kennt das. 28-mal stand Criens bist dato in der Bundesliga auf dem Platz, 23-mal davon ist er eingewechselt worden. Vier Treffer sind ihm dabei gelungen.

Die "Tagesschau" muss für König Fußball weichen

Fünfte Minute der Nachspielzeit, Ecke für Gladbach. Criens hechtet mit dem Kopf zum Ball und trifft zum 4:4. Schlusspfiff, ohrenbetäubender Jubel – es gibt Verlängerung. Wer jetzt in die ARD schaltet und die gewohnte Tagesschau sehen will, braucht Geduld. Das Spiel ist zu dramatisch, die Tagesschau muss in die Warteschleife. Für damalige Zeiten ein bemerkenswerter Vorgang.

Das Spiel des Jahres – aber nur für einen Tag

Dann beginnt die Verlängerung. In der wird Criens endgültig zum Helden, als er in der 107. Minute mit seinem zweiten Treffer das 5:4 für Gladbach und damit den Endstand erzielt. Criens, der „Joker“, der sticht. Criens, Hauptfigur eines Dramas mit neun Toren. Dass dieses Spiel nur einen Tag später noch getoppt wird durch das sensationelle 6:6 des damaligen Zweitligisten Schalke 04 gegen Bayern München – niemand hätte einen Pfennig drauf gewettet. Außer vielleicht der damals gerade 18 Jahre alt gewordene Olaf Thon, der in diesem Spiel mit seinen drei Treffern selbst Joker Criens in den Schatten stellte. Zum Nachschauen: Das Spiel in voller Länge:

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