Fußball-Talent Michel Leon Hahn

Fußball-Talent Michel Leon Hahn im Trikot der Bremer Landesauswahl

Foto: Archivfoto: Scheiter

Sport

Robust und kopfballstark: Michel ist ein Fußball-Talent

Von Torsten Melchers
8. Dezember 2015 // 21:02

Fußball-Talent Michel Leon Hahn erinnert sich genau an den Moment, als seine Karriere einen Schub bekam. Das war im Frühjahr 2012: Thorsten Bolder, der Jugendkoordinator von Werder Bremen, fragte den damals 13-Jährigen, ob er sich vorstellen könne, vom JFV Bremerhaven zu den Grün-Weißen zu wechseln. Das konnte Michel sich sehr gut vorstellen – und startete voll durch. Zurzeit ist er mit Werder Tabellenführer in der A-Junioren-Bundesliga. Angefangen hat er beim TV Lehe, da war er sechs Jahre alt. „Ich hatte beim Fußball zugeguckt und gesagt: Das will ich auch.“ Nur zwei Wochen später absolvierte er sein erstes Spiel. „Gegen LTS“, erinnert er sich, „wir haben gewonnen.“

Anfänge beim TV Lehe als Torwart

Da war Michel noch Torwart, aber schon bald spielte er weiter vorne, im Mittelfeld. Als „Sechser“ wechselte er zur LTS und dann zum JFV. Dessen Trainer Sören Aldag ist er heute noch dankbar: „Er hat gesehen, dass ich mehr kann und hat mir alle Freiheiten gelassen.“ So konnte er seine Stärken nutzen, die er so zusammenfasst: „Zweikämpfe, Kopfbälle und Spielverständnis.“ So wurde schließlich Werder auf ihn aufmerksam. „Viele haben mich gefragt, ob das nicht ein bisschen zu früh ist, aber ich habe gleich die Chance gesehen. Ich denke immer positiv.“ Heute betrachtet er den Wechsel sogar als seinen größten sportlichen Erfolg, gleichauf mit dem dritten Platz mit der Bremer Landesauswahl beim Sichtungsturnier des DFB. „Ich habe Werder Bremen alles zu verdanken, was ich heute bin“, sagt der 17-Jährige. Das bezieht er ausdrücklich nicht nur aufs Sportliche: „Ich bin in jeder Hinsicht reifer geworden“, sagt Michel Hahn und nennt als Beispiel die Unterstützung in der Schule oder auch gelernt zu haben, „dass man im Raum die Mütze abnimmt“.

Fußball-Talent will Hobby zum Beruf machen

Zurzeit arbeitet er an den Kaufmännischen Lehranstalten fürs Fachabitur. Was er danach macht, hängt von seiner fußballerischen Entwicklung ab. „Am liebsten möchte ich mein Hobby zum Beruf machen“, sagt er. Falls es zum Profi nicht reicht, soll es auf jeden Fall etwas mit Sport sein, vielleicht Physiotherapeut. Bis dahin ist aber noch Zeit, die er praktisch komplett mit Fußball ausfüllt. Vier- bis fünfmal in der Woche wird er zum Training nach Bremen abgeholt, zusammen mit den vielen anderen Talenten aus der Region, die den Sprung zu Werder geschafft haben. Eine Zeit lang saß auch Gerrit Holtmann mit im Kleinbus, also der Stürmer aus Bremerhaven, der gerade einen Profivertrag beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig unterschrieben hat.

Michel setzt gerne seinen Körper ein

Das ist eine Karriere, die sich auch Michel Hahn erwünscht. Allerdings ist nicht das Toreschießen sein Job, sondern das Toreverhindern. Denn kaum war er bei Werder Bremen, wurde er zum Innenverteidiger umgeschult – eine Position, die bestens zu seiner Spielweise passt. Der 1,88 Meter große Jugendliche liebt das robuste Spiel, erst das macht Fußball zu seinem Lieblingsport: „Ich liebe es, alles für den Erfolg zu tun, den Körper einzusetzen. Wenn es 2:2 steht, und wir unbedingt gewinnen wollen und der Gegner will das auch – das ist viel schöner, als 5:0 oder 6:0 zu gewinnen.“ Bei aller Aggressivität behält Michel aber die Kontrolle. „Ich gehe immer an die Grenze, auch an die Grenze des Schiedsrichters“, sagt er – aber nie darüber hinaus. In all den Jahren kann er sich nur an eine Rote Karte erinnern, „das war aber nur ein Testspiel, in dem es um nichts ging“.

"Ich gebe in jedem Training alles"

Seine kämpferische Ader braucht er nicht nur im Spiel, in jedem Training geht es zur Sache. Die Konkurrenz bei Werder ist groß, nur wer in der Woche überzeugt, spielt am Wochenende. „Ich gebe immer alles“, sagt Michel. Und wenn es trotzdem nicht für den Kader reicht? „Dann ärgere ich mich nicht, sondern strenge mich nächstes Mal noch mehr an.“    

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