Entzündete Bengalos bei einem Fußballspiel

Das Urteil des BGH: Vereine haften für die Fans.

Foto: Bernd Thissen/dpa

Sport

BGH-Urteil: Bei entzündeten Bengalos haften die Sportvereine

Autor
Eva Wedemeyer
4. November 2021 // 14:17

Der DFB darf auch künftig hohe Geldbußen gegen Vereine verhängen, wenn deren Anhänger oder Zuschauer die Spiele stören.

BGH: Als Präventivmaßnahme zulässig

Rechtlich seien die Strafen als reine Präventivmaßnahmen zu bewerten und damit zulässig. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) am Donnerstag in Karlsruhe. Der unterlegene Kläger FC Carl Zeiss Jena und auch Fan-Vertreter reagierten mit Kritik, der DFB sieht sich durch das Urteil "uneingeschränkt in seiner Auffassung bestätigt".

DFB: Vereine für Zuschauerverhalten verantwortlich

Nach Auffassung des BGH dienen die «Strafen» nicht dazu, Fehlverhalten der Vereine zu ahnden. Die Rechts- und Verfahrensordnung des DFB sieht vor, dass die Vereine für das Verhalten ihrer Anhänger und Zuschauer verantwortlich sind.

Sie haften «im Stadionbereich vor, während und nach dem Spiel für Zwischenfälle jeglicher Art».

Bis zu sechsstellige Summen

So können sie zum Beispiel wegen Bengalos und anderer Pyrotechnik im Fanblock zur Kasse gebeten werden. Je nach Schwere des Vorfalls und der Finanzkraft des Vereins kann es um bis zu sechsstellige Summen gehen, das Geld fließt an Stiftungen und Projekte. Die Idee dahinter: Die Fans sollen sich zusammenreißen, um ihrem Verein nicht zu schaden.

Vereine in der Verantwortung

Der Vorsitzende Richter Koch erläuterte, dass die Vereine durch die Geldstrafen dazu angehalten werden sollten, einen ordnungsgemäßen Spielbetrieb zu gewährleisten und auf ihre Anhänger einzuwirken. Damit seien die Strafen eigentlich eine Präventivmaßnahme. Der Dachverband für Fanhilfen bezeichnete das Urteil als «fatales Signal» für die Fan-Rechte. (dpa)

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