Schwimmen: Olympia, Freiwasser - 10 km, Männer im Odaiba Marine Park. Florian Wellbrock aus Deutschland jubelt über Gold im Zielbereich.

Bärenstark: Florian Wellbrock im Freiwasserrennen.

Foto: Oliver Weiken/dpa

Sport

Freiwasserrennen: Überragender Wellbrock holt Gold

Von Thomas Eßer und Christian Kunz
5. August 2021 // 06:15

Florian Wellbrock gelingt ein triumphaler Olympia-Abschluss. Nach Bronze über 1500 Meter Freistil gewinnt der 23-Jährige im Freiwasserrennen über zehn Kilometer Gold. Der Deutsche Schwimm-Verband ist klar besser als in London und in Rio.

Florian Wellbrock mit dem Selbstverständnis eines Champions

Florian Wellbrock hat sich zum Olympiasieger gekrönt. Mit einer Demonstration der Stärke schwamm der 23-Jährige in der Nacht zum Donnerstag zur ersten Goldmedaille für den Deutschen Schwimm-Verband seit 13 Jahren. Im Freiwasserrennen über zehn Kilometer bestimmte der Doppel-Weltmeister mit dem Selbstverständnis eines Champions vom Start an das Geschehen und schlug nach etwas weniger als 1:50 Stunden vor dem Ungarn Kristof Rasovszky und dem Italiener Gregorio Paltrinieri an. Wellbrocks Teamkollege Rob Muffels, immerhin WM-Dritter, kam abgeschlagen ins Ziel.

Die dritte Medaille für die deutschen Schwimmer

Für die deutschen Schwimmer war es nach Bronze für Wellbrock und dessen Verlobte Sarah Köhler im Becken über 1500 Meter Freistil die dritte Medaille von Tokio. Erfolgreicher waren die Schwimmer zuletzt 2008 in Peking, als sich Britta Steffen zur Doppel-Olympiasiegerin krönte und Rekordweltmeister Thomas Lurz Bronze im Freiwasser gewann. Damals gab es insgesamt fünf Medaillen für den DSV.

Florian Wellbrock erarbeitet sich schnell einen Vorsprung

Wellbrock setzte gleich nach dem Start bei schon 29,2 Grad Wassertemperatur in den frühen Morgenstunden im Odaiba Marine Park ein Zeichen. Er machte in seinem ersten olympischen Freiwasserrennen sofort Druck und erarbeitete sich schnell einen Vorsprung auf das Feld, in dem Muffels nur anfänglich vorne mitmischte.

Ein Sieg mit großem Vorsprung

Als Erster machte sich der Franzose Marc-Antoine Olivier, Olympia-Dritter von 2016 und Vize-Weltmeister, auf die Verfolgung von Wellbrock und ließ dafür auch die erste Verpflegungsstation aus. Bald hatte er zu Wellbrock aufgeschlossen, Rasovszky folgte. Doch der Magdeburger verschärfte immer wieder das Tempo, wenngleich die Gruppe der direkten Verfolger größer wurde. Doch Wellbrock legte weiter zu - er war an diesem Tag einfach zu stark für die Konkurrenz und siegte mit großem Vorsprung.

Immer hochkonzentriert

Wellbrock ließ sich vom Trubel um seine Person als größter Medaillenhoffnungsträger der deutschen Schwimmer schon vor Olympia nicht aus dem Konzept bringen. Der gebürtige Bremer, der in Magdeburg bei Bundestrainer Bernd Berkhahn trainiert, präsentierte sich in den Tagen von Tokio hochkonzentriert und steckte auch einen ärgerlichen vierten Platz in seinem ersten Finale weg. Über 800 Meter fehlten ihm nur 35 Hundertstelsekunden zu Bronze. (dpa/mb)

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