Johan Cruyff ist heute an Lungenkrebs gestorben, gab seine Stiftung bekannt.

Johan Cruyff ist heute an Lungenkrebs gestorben, gab seine Stiftung bekannt.

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Sport

Niederländische Fußball-Legende Johan Cruyff ist tot

Von Lili Maffiotte
24. März 2016 // 15:50

Er war einer der besten Fußballer der Welt. Die Krönung blieb "König Johan" Cruyff 1974 in München versagt. Der Einfluss des auch als Trainer erfolgreichen Niederländers wirkt bis heute nach. Zu seinen Schülern zählt ein in Deutschland tätiger Coach.

Cruyff stirbt an Lungenkrebs

Cruyffs Tod sei die Folge einer Lungenkrebs-Erkrankung, hieß es heute von seiner Stiftung. Dabei hatte er sich noch Mitte Februar zuversichtlich gezeigt. "Ich habe das Gefühl, mit 2:0 in der ersten Halbzeit eines Spiels vorne zu liegen, das noch nicht zu Ende ist. Aber ich bin mir sicher, dass ich es gewinnen werde."

Beckenbauer: "Ich bin geschockt"

Sein wichtigstes Spiel verlor Johan Cruyff am 7. Juli 1974 im Münchner Olympiastadion, den größten Kampf seines Lebens am Donnerstag in Barcelona. Der einstige Fußball-Weltstar, der im Alter von 68 Jahren an Krebs starb, wird in Deutschland vor allem wegen der 1:2-Niederlage gegen die DFB-Auswahl um Franz Beckenbauer im Weltmeisterschafts-Endspiel vor 42 Jahren in Erinnerung bleiben. "Ich bin geschockt. Er war nicht nur ein sehr guter Freund, sondern auch ein Freund für mich", sagte Beckenbauer über seinen einstigen Rivalen, der im WM-Endspiel nach wenigen Sekunden den Foulelfmeter zur niederländischen Führung herausholte - und am Ende trotzdem verlor.

Umstrittene Führungsfigur

Der Mann im orange-farbenen Trikot mit der Nummer 14 setzte auf dem Rasen die als "Voetbal totaal" in die Sport-Geschichte eingegangene Offensiv-Philosophie von Trainer und Mentor Rinus Michels um. Er war eine ebenso unumstrittene Führungsfigur wie Beckenbauer auf deutscher Seite. Bevor der Kaiser den FC Bayern von 1974 bis 1976 dreimal zum Triumph im Europapokal der Landesmeister führte, hatte Cruyff dieses Kunststück von 1971 bis 1973 mit Ajax Amsterdam vorgemacht. "Er hat unseren Fußball auf die Weltkarte gebracht", betonte Ruud Gullit. Der Europameister von 1988 hob den großen Einfluss auf seine eigene Karriere hervor.

"König Johan" in Barcelona

Aus seiner Heimstadt wechselte Cruyff dann zum großen FC Barcelona. Die katalanische Metropole wurde zur zweiten Heimat von "König Johan". Vom "niederländischen Zauberer" schwärmte sein einstiger Club, den er 1992 als Trainer zum erstmaligen Gewinn des Landesmeister-Cups führte, in seinem Nachruf. Zum damaligen Team gehörte auch Bayern-Coach Pep Guardiola. "Ohne den Ball kannst Du nicht gewinnen", lautete die Philosophie von Cruyff.

"Größter Stratege"

"Was er in dieser Zeit erschaffen hat, war einmalig. Das haben seine Nachfolger, insbesondere Pep Guardiola, zur Perfektion veredelt", urteilte Günter Netzer in der "Welt". Er habe Cruyff über alle Maßen bewundert, "er war der größte Stratege unserer Zeit". Der gesperrte UEFA-Präsident Michel Platini, 1984 Europameister und Star der französischen Mannschaft, meinte: "Ich bin sehr traurig", weil Johan das Idol meiner Kindheit war, mein Idol und mein Freund."

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