Deutschlands Torhüter und Kapitän Manuel Neuer trägt die Kapitänsbinde mit der Aufschrift "One Love"

Die Strafandrohung der FIFA hat auch Kapitän und Torhüter Manuel Neuer überrascht und enttäuscht. Auch er hatte geplant, die Kapitänsbinde mit der Aufschrift „One Love" zu tragen.

Foto: picture alliance/dpa

Sport

„One-Love"-Eklat: Bierhoff beklagt Belastung für WM-Spieler

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Von nord24
22. November 2022 // 10:00

Die Kraftprobe mit dem Fußball-Weltverband um die „One-Love"-Kapitänsbinde belastet nach Einschätzung von DFB-Direktor Bierhoff die Nationalmannschaft.

Spezieller Druck

Oliver Bierhoff sprach angesichts des Zeitpunktes des FIFA-Diktats von einem speziellen Druck, dem die Spieler ausgesetzt würden, die sich bei dem umstrittenen Turnier in Katar schwerpunktmäßig auf ihre sportlichen Aufgaben konzentrieren wollten. Kapitän Manuel Neuer und seinen Teamkollegen wird nun vielfach Charakterschwäche vorgehalten.

Von Strafandrohung überrascht

“Ich bin nahe am Tagesgeschehen. Es ist echt ärgerlich. Die FIFA sagt, es geht um den Fußball. Es geht darum, dass die Spieler sich gut vorbereiten können", hatte der 54-Jährige am Dienstag bei einer gemeinsamen Stellungnahme mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf im Trainingszentrum des DFB-Teams in Al-Shamal gesagt. Die Strafandrohung der FIFA habe auch Kapitän Manuel Neuer überrascht und enttäuscht, berichtete Bierhoff, der den Weltverband attackierte.

Bewusst abgewartet

“Die Aktion steht ja nicht erst seit gestern. Sie wissen seit längerer Zeit, dass wir die Binde tragen wollten." Gewartet worden sei aber bis zu den ersten Spielen jener europäischen Teams, die in Katar mit der symbolträchtigen Binde für Menschenwürde auflaufen wollten. Die Entscheidung sei zeitlich „ganz bewusst" so gesetzt worden, kritisierte Bierhoff.

Spieler nicht eingebunden

DFB-Chef Neuendorf ließ erkennen, dass die Spieler gar nicht eingebunden wurden in die kollektive Entscheidung der Funktionäre mehrerer europäischer Fußballverbände, darunter die von England, Deutschland und den Niederlanden. Die Androhung sportlicher Sanktionen seitens der FIFA habe „sehr viel Druck ausgeübt auf die Spieler, die Unruhe hineinbringt in die Mannschaften. Das ist wirklich nicht das, was man vor so einem Turnier braucht". (dpa)

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