Claudio Pizarro hat Werder Bremen wieder Energie gebracht.

Claudio Pizarro hat Werder Bremen wieder Energie gebracht.

Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Sport
Werder Bremen

So wird Pizarro ein Kandidat für die Werder-Startelf

Von nord24
26. August 2018 // 18:30

von Björn Knips Er hatte beim 1:1 gegen Hannover zwar nicht getroffen, war aber doch der Mann des Tages beim SV Werder: Claudio Pizarro verzauberte einmal mehr Bremen.

Die Kollegen schwärmen

Keine sechs Wochen vor seinem 40. Geburtstag brachte der Peruaner so viel Schwung ins Spiel, dass nicht nur die Fans beeindruckt waren. Die Kollegen schwärmten, Niklas Moisander brachte ihn sogar als Startelf-Kandidaten ins Spiel – nur Pizarro selbst schwieg.

Moisander lobt Pizarro

„Es ist beeindruckend, wie Claudio das macht. Er ist einfach sehr fit“, sagte Moisander. Mit 32 Jahren befindet sich der Finne selbst schon im Herbst seiner Karriere, bei Pizarro dürfte es bereits Winter sein. Wobei sein Auftritt eher an den Frühling erinnerte.

Frisch und spritzig

Der Angreifer wirkte frisch und spritzig, war nach seiner Einwechslung in der 67. Minute sofort drin im Spiel, forderte die Bälle, verteilte sie – und erarbeitete sich Chancen. Kaum auszudenken, was passiert wäre, wenn er eine seiner drei guten Gelegenheiten genutzt hätte. Die Fans wären wahrscheinlich total ausgeflippt. Sie hatten ja schon getobt, als Pizarro vom Warmmachen zur Ersatzbank beordert worden war. Als er dann auf den Platz ging, war es im weiten Rund plötzlich so laut wie beim Torjubel.

Veränderung in der Box

„Wir wissen natürlich, das bei seiner Einwechslung etwas im Stadion passiert, auch beim Gegner“, berichtete Trainer Florian Kohfeldt. Aber das Sportliche, dabei vor allem das Taktische sei viel wichtiger gewesen: „Wir brauchten eine Veränderung in der Box.“ Also im Strafraum, wohin Werder gegen Hannover trotz einer gewissen spielerischen Überlegenheit zu selten gelangt war oder zu ungefährlich agiert hatte.

Raute passt zu Pizarro

Mit Pizarro gab es auch einen Systemwechsel, weg vom bevorzugten 4:3:3, hin zum 4:4:2 mit einer Raute. Eine Formation, die schon häufig im Training geübt wurde. Sie passt perfekt zu Pizarro. Der Peruaner war eigentlich nur als Joker geholt worden. Doch spätestens mit seinem fast 30-minütigen Auftritt gegen Hannover (inklusive Nachspielzeit) hat er sich durchaus für mehr empfohlen. „Ich denke schon, dass Claudio auch 60 Minuten, vielleicht sogar 90 Minuten spielen kann“, meinte Moisander.

Vereinsrekord

Dann hätte Pizarro auch mehr Zeit, sein ohnehin schon prall gefülltes Torekonto aufzubessern. In 447 Bundesliga-Spielen hat er 192 Mal getroffen, davon 104 Mal für Werder, das ist Vereinsrekord. „Der macht schon noch seine Tore, da bin ich mir ziemlich“, prophezeite Kohfeldt und erklärte seinen Optimismus: „Claudio hat sich selbst in diese Abschlusssituationen gebracht.“

Veljkovic: Es ist weltklasse, Pizarro dabei zu haben

Das zeugt von Qualität, die Pizarro auch mit fast 40 Jahren noch hat. „Es ist weltklasse, ihn dabei zu haben“, schwärmte Milos Veljkovic nach dem Spiel beim Werder-Strom-Talk im VIP-Bereich.

Training mit den Reservisten

Am Morgen danach, übrigens auf den Tag genau 19 Jahre nachdem er das erste Mal von Werder verpflichtet worden war, stand Pizarro schon wieder auf dem Trainingsplatz, übte mit den Reservisten. Der Stürmer durfte etwas eher in die Kabine. Doch ganz so schnell ging das dann auch nicht. Seine Autogramme sind jetzt noch begehrter. Denn spätestens seit dem Hannover-Spiel weiß wirklich jeder: Die Verpflichtung des 39-Jährigen war kein PR-Gag, sondern eine sportlich und finanziell clevere Entscheidung.

Leistungsbezogener Vertrag

Pizarro besitzt einen stark leistungsbezogenen Vertrag, kassiert nur wie ein Topstürmer, wenn er spielt. Macht er es wie am Sonnabend, dann hat er sich das auch verdient.

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