Der Sattelschlepper ist am Dienstagmorgen für die Spurensicherung abtransportiert worden.

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Foto: Michael Kappeler/dpa

Terrorismus

Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt: Was wir wissen und was nicht

Von Lili Maffiotte
20. Dezember 2016 // 14:13

Auf einer Pressekonferenz gab der Polizeipräsident Klaus Kandt bekannt, dass der festgenommene Terrorverdächtige den Anschlag möglicherweise nicht begangen hat. "Es ist in der Tat unsicher, dass es der Fahrer war." Bei einem Terroranschlag mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin sind mindestens zwölf Menschen getötet worden. Rund 50 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen lebensgefährlich.  Was wir wissen Gegen 20 Uhr fährt ein Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt. Der Fahrer legt eine Strecke von 50 bis 80 Metern zurück, überfährt dabei viele Menschen und zerstört mehrere Marktbuden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht davon aus, dass es sich bei der Todesfahrt um einen Terroranschlag handelte. Ein Tatverdächtiger flüchtet und wird nahe der Siegessäule festgenommen. Er konnte gestellt werden, weil ein Augenzeuge den flüchtenden Mann verfolgte und die Polizei per Handy über dessen Standort informierte. Nach dpa-Informationen reiste der Terrorverdächtige am 31. Dezember 2015 in einer Gruppe von etwa 15 Flüchtlingen nach Deutschland ein. Demnach wurden die Personalien des Mannes von der Bundespolizei im bayerischen Passau aufgenommen. Am 19. Februar habe er in Berlin einen Asylantrag gestellt. Im Asylverfahren sei der Verdächtige als renitent aufgefallen, er sei zu Anhörungen nicht erschienen und habe erklärt, er verstehe die deutsche Sprache nicht. Als Islamist ist der Verdächtige den deutschen Sicherheitsbehörden bislang nicht aufgefallen. Der Lastwagen der Marke Scania gehört einer polnischen Spedition und hatte Stahlkonstruktionen geladen. Auf dem Beifahrersitz des Lasters wird ein toter Pole entdeckt. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler fuhr er den Lastwagen nicht in die Menschenmenge. Der ursprüngliche Lastwagen-Fahrer war laut Speditions-Eigentümer seit etwa 16 Uhr nicht mehr zu erreichen. Es handelt sich um den Cousin des Eigentümers. Nach Angaben des Speditions-Eigentümers ist sein Cousin tot. Er identifizierte dessen Leiche nach eigenen Angaben auf einem Polizeifoto. Der Beifahrer wurde mit einer kleinkalibrigen Waffe erschossen. Laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ist die Waffe noch nicht aufgefunden worden. De Maizière bestätigte auch, dass es bisher noch kein offizielles Bekennerschreiben zu dem Anschlag gegeben hat. Im Führerhaus des Lastwagens wurde zudem blutverschmierte Kleidung gefunden. Bei dem später in einiger Entfernung vom Tatort festgenommenen Tatverdächtigen sei dagegen keine mit Blut befleckte Kleidung gefunden worden. Ob dies darauf hindeuten könnte, dass der Mann noch im Lkw die Kleidung gewechselt haben könnte, blieb ebenfalls zunächst unklar. Auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche starben neun Menschen, 18 wurden lebensgefährlich verletzt. Drei von ihnen sind im Laufe der Nacht gestorben. 52 Menschen sind veletzt worden. Erst wenige Opfer sind laut des Innenministeriums identifiziert. In Berlin gibt es mehr als 60 Weihnachtsmärkte. Aus Gründen der Pietät sollen sie heute geschlossen bleiben. Was wir nicht wissen Offen war zunächst das Motiv für die Todesfahrt. Der Festgenommene bestreitet laut Sicherheitskreisen die Tat. Ob es sich bei dem Festgenommenen auch um Fahrer des Todes-Lkw handelt, ist bisher noch unklar. Im Klartext: Es könnte sein, dass der Täter noch auf freiem Fuß ist. Der mutmaßliche Täter soll 23 Jahre alt sein, wobei unklar ist, ob sich diese Angaben auf ein echtes Ausweisdokument oder auf Angaben des Festgenommenen stützen. Es verdichten sich die Hinweise, dass der Mann aus Pakistan stammt. Vollständig geklärt ist das Geburtsland nach Angaben aus Sicherheitskreisen noch nicht. Der Verdächtige ist der Polizei wegen kleinerer Delikte bekannt, unklar ist aber, um welche Vergehen es sich handelt. Offen ist, wann der eigentlichen Speditionsfahrer getötet wurde. Widersprüchliche Angaben gibt es dazu, was kurz vor der Tat mit dem Lastwagen passierte. Während die Polizei zunächst Hinweisen nachgeht, dass das Fahrzeug bereits in Polen von einer Baustelle gestohlen wurde, berichten polnische Medien unter Berufung auf die Spedition von GPS-Daten, die zeigten, dass der Wagen in Berlin am Tattag ab etwa 16 Uhr mehrmals gestartet worden sei.

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