Polizisten haben auch in Hildesheim ein Gebäude gestürmtesheim (Niedersachsen).

Polizisten haben auch in Hildesheim ein Gebäude gestürmtesheim (Niedersachsen).

Foto: Chris Gossmann/dpa

Terrorismus

Fünf IS-Verdächtige in Deutschland festgenommen

Von Lili Maffiotte
8. November 2016 // 11:11

Der Bundesanwaltschaft ist ein Schlag gegen die Islamisten-Szene in Deutschland gelungen. Nach monatelangen Ermittlungen wurden in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen am frühen Dienstag fünf IS-Verdächtige verhaftet. Darüber hatten zuerst NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Den Männern mit Migrationshintergrund werde die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Unter ihnen befinde sich ein 32-jähriger Iraker, in der Szene bekannt als "Abu Walaa". Er werde von den Behörden seit Jahren als zentrale Figur der deutschen Islamisten eingestuft. Die Beschuldigte seien auf dem Weg nach Karlsruhe, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Monatelange Ermittlungen

Der Iraker und vier weitere Männer seien in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen am frühen Morgen verhaftet worden. Wie NDR, WDR und "SZ" erfuhren, hatte die Aussage eines IS-Rückkehrers maßgeblichen Anteil daran. Dem Schlag gegen die Islamisten seien monatelangen Ermittlungen vorausgegangen. Die Männer stehen demnach im Verdacht, Freiwillige für den "Islamischen Staat" rekrutiert zu haben.

Festgenommenen aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen

Es handelt sich laut Bundesanwaltschaft um den 32-jährigen irakischen Staatsangehörigen Ahmad Abdulaziz Abdullah A., den 50-jährigen türkischen Staatsangehörigen Hasan C., den 36-jährigen deutschen und serbischen Staatsangehörigen Boban S., den 27-jährigen deutschen Staatsangehörigen Mahmoud O. und den den 26-jährigen kamerunischen Staatsangehörigen Ahmed F. Y. Die Bundesanwaltschaft habe seit Herbst 2015 gegen den Iraker und mutmaßliche Helfer ermittelt. Sie sollen vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen junge Muslime für den sogenannten "Heiligen Krieg", den Dschihad, angeworben und bei der Ausreise logistisch und finanziell unterstützt haben.

Durchsuchung in einer Moschee

Erst im August sei es zu Durchsuchungen gekommen. Unter den durchsuchten Objekten sei eine Moschee in der Hildesheimer Nordstadt gewesen, die als bundesweit bedeutender Treffpunkt der salafistischen Szene gilt. Sicherheitsbehörden hätten schon länger beobachtet, dass es im zeitlichen Umfeld zu Islamseminaren des Predigers in der Hildesheimer Moschee zu Ausreisen in Richtung Syrien gekommen war.

Aussage eines IS-Rückkehrers

  Wie NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" weiter erfuhren, hatten die Aussagen eines IS-Rückkehrers maßgeblichen Anteil an den aktuellen Festnahmen. Der 22-Jährige war nach einem mehrmonatigen Aufenthalt im IS-Gebiet in Syrien in die Türkei geflohen und hat sich nach eigenen Aussagen von der Terrormiliz losgesagt. Bevor er Ende September nach Deutschland zurückgekehrt sei, habe der Mann NDR, WDR und "SZ" in der Türkei ein Interview gegeben, in dem er den Iraker "Abu Walaa" schwer belastet und als "die Nummer 1 des IS in Deutschland" bezeichnet habe.

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