Türkische Polizisten inspizieren nach der Explosion einer Autobombe den Tatort vor der Erciyes-Universität im zentraltürkischen Kayseri.

Türkische Polizisten inspizieren nach der Explosion einer Autobombe den Tatort vor der Erciyes-Universität im zentraltürkischen Kayseri.

Foto: Depo/dpa

Terrorismus

Terror in der Türkei: 13 Soldaten bei Anschlag getötet - Dutzende Verletzte

Von nord24
17. Dezember 2016 // 14:32

Der Terror in der Türkei nimmt kein Ende: Eine Woche nach dem verheerenden Doppelanschlag von Istanbul sind bei einem Autobombenanschlag in der zentraltürkischen Stadt Kayseri mindestens 13 Soldaten getötet worden. 48 weitere Soldaten seien verwundet worden, teilte das Militär mit. Innenminister Süleyman Soylu sprach bei einem Besuch in Kayseri von insgesamt 55 Verletzten, darunter seien sechs Schwerverletzte. Die türkische Regierung vermutet die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK hinter dem Terroranschlag in der zentralanatolischen Stadt Kayseri.  Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete unter Berufung auf den Provinzgouverneur, ein Selbstmordattentäter habe die Autobombe neben einem Bus mit Soldaten gezündet. Der Sender NTV berichtete, die Soldaten seien in ihrer Freizeit auf dem Weg zum Einkaufen gewesen. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Ähnliche Anschläge hat in den vergangenen Monaten vor allem die TAK verübt, eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die türkischen Behörden verhängten eine Nachrichtensperre. Derzeit deuteten alle Anzeichen auf eine Urheberschaft der PKK hin, sagte Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus  dem türkischen Sender NTV. Die Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Es sei daher zu früh für eine endgültige Schuldzuweisung.

Erdogan: Die ganze Türkei ist im Visier von Terrorgruppen

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan teilte mit, das gesamte Land sei im Visier von Terrororganisationen. Die Anschläge gälten nicht nur Soldaten und Polizisten, "sondern allen unseren 79 Millionen Bürgern". Terrorgruppen griffen die Türkei gemeinschaftlich an. Erdogan nahm ausdrücklich Bezug auf die "separatistische Terrororganisation", womit er die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK umschreibt. Alle Terrorgruppen würden "im Geiste der nationalen Mobilmachung" bekämpft werden, kündigte er an.

Nationale Mobilmachung ausgerufen

Die Verantwortung für den Doppelanschlag in Istanbul mit mindestens 44 Toten - darunter 36 Polizisten - am Samstagabend vergangener Woche hatte die TAK übernommen. Danach hatte Erdogan eine "nationale Mobilmachung" ausrufen und alle Bürger dazu aufgerufen, Verdächtige und potenzielle Unterstützer von Terroristen anzuzeigen. Die pro-kurdische Oppositionspartei HDP verurteilte den Anschlag auf das Schärfste. Nach dem Anschlag von Istanbul hatten die Behörden zahlreiche HDP-Funktionäre festgenommen. Zwölf HDP-Abgeordnete saßen bereits zuvor unter Terrorverdacht in Untersuchungshaft.

Bundesregierung verurteilt Anschlag

Die TAK (Freiheitsfalken Kurdistans) verübt Anschläge in Metropolen wie Istanbul und Ankara. Die PKK beschränkt sich bei ihren Angriffen auf die mehrheitlich kurdische Südosttürkei, in der der Kurden-Konflikt vergangenes Jahr nach dem Zusammenbruch einer Waffenruhe wieder voll entflammt ist. Die Bundesregierung verurteilte den jüngsten Anschlag auf das Schärfste. "Diese perfide Gewalt ist durch nichts zu rechtfertigen", teilte das Auswärtige Amt mit. Der Generalsekretär des Europarats, Thorbjørn Jagland, rief zu einem sofortigen Ende der Terroranschläge auf. Der Anschlag in Kayseri ereignete sich am Samstag gegen 08.45 Uhr (Ortszeit/06.45 MEZ) in der Nähe der Erciyes-Universität. Kayseri liegt etwa 300 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Ankara.

Immer informiert via Messenger
Wie feiert ihr in diesem Jahr Halloween?
317 abgegebene Stimmen
Folge den Pinguins via Messenger