Polizisten sichern weiträumig ein Wohngebiet in Chemnitz (Sachsen) ab. Wegen eines möglichen Sprengstoffanschlags lief ein Großeinsatz der Polizei in dem Chemnitzer Plattenbauviertel.

Polizisten sichern weiträumig ein Wohngebiet in Chemnitz (Sachsen) ab. Wegen eines möglichen Sprengstoffanschlags lief ein Großeinsatz der Polizei in dem Chemnitzer Plattenbauviertel.

Foto: Arno Burgi/dpa

Terrorismus

Terroralarm in Sachsen: Schwerbewaffnete Polizisten finden Sprengstoff in Chemnitz

Von nord24
8. Oktober 2016 // 15:45

Terroralarm in Sachsen: Bei der Durchsuchung einer Wohnung in Chemnitz wegen eines geplanten Anschlags hat die Polizei Sprengstoff gefunden. Ein Verdächtiger, ein 22-jähriger Syrer, war am Samstag auf der Flucht, wie ein Sprecher des Landeskriminalamts berichtete. Aus Sicherheitskreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, dass es einen Zusammenhang mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" gibt. Die Polizei hat drei Verdächtige festgenommen.  Die Männer stehen im Verdacht, Kontakt zu dem flüchtigen Hauptverdächtigen, einem 22-jährigen Syrer, gehabt zu haben, wie das Landeskriminalamt berichtete. Die Männer würden nun befragt. Das Landeskriminalamt Sachsen schrieb den 22-jährigen Syrer Dschaber Al-Bakr bundesweit öffentlich zur Fahndung aus. Er sei mit einem schwarzen Kapuzenpullover mit auffälligem Druck bekleidet. Zuvor hatte die Polizei in Chemnitz stundenlang mit einem Großaufgebot ein Wohngebiet durchsucht. Das Plattenbauviertel wurde abgesperrt und teilweise geräumt. Die Polizei stürmte dabei auch eine Wohnung, ohne jedoch den gesuchten Verdächtigen zu fassen.

Landeskriminalamt: In Wohnung Sprengstoff gefunden

LKA-Sprecher Tom Bernhardt sagte: "Wir wollen ihn so schnell wie möglich finden." Bei der Durchsuchung der Wohnung fanden die Beamten Sprengstoff. Noch sei unklar, ob der Gesuchte als Flüchtling nach Deutschland gekommen sei. Beim Verfassungsschutz hätten jedoch "Erkenntnisse" zu ihm vorgelegen. Der bei dem Anti-Terror-Einsatz entdeckte Sprengstoff ist entschärft und vernichtet worden. Das hochexplosive Material wurde am Samstagabend nach Polizeiangaben in einer eigens ausgehobenen Erdgrube von Spezialisten gesprengt und verbrannt. Eine heftige Druckwelle war noch in größerer Entfernung zu spüren. "Es gab keine Verletzten und keine Schäden", sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) Sachsen. Bei dem Material habe es sich laut den Ermittlern um ein gefährlicheres Gemisch als TNT gehandelt. Der Großeinsatz der Polizei hatte am frühen Morgen begonnen. In dem Fritz-Heckert-Wohngebiet im Südwesten der Industriestadt wenige Kilometer östlich der Autobahn A72 leben auch viele Migranten leben.

Spezialkräfte sprengen Tür

Gegen 13 Uhr sprengten Spezialkräfte die Tür einer Wohnung, die Räume waren leer. Die Spurensicherung dauerte am Nachmittag noch an. Medienberichte über einen geplanten Terroranschlag auf einen deutschen Flughafen bestätigte das LKA nicht. Nach der Flucht eines Terrorverdächtigen aus Chemnitz hat die Berliner Polizei ihre Kräfte in der Hauptstadt verstärkt. An den Bahnhöfen seien Beamte aus den Hundertschaften im Einsatz, sagte Polizeisprecher Winfried Wenzel am Samstagabend.

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