Ein Zwölfjähriger soll einen Bombenanschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen geplant haben.

Ein Zwölfjähriger soll einen Bombenanschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen geplant haben.

Foto: Foto: Thomas Warnack/dpa

Terrorismus

Zwölfjähriger wollte Nagelbombe auf Weihnachtsmarkt zünden

Von Lili Maffiotte
16. Dezember 2016 // 11:30

Laut "Focus" plante ein Zwölfjähriger einen Anschlag auf den Ludwigshafener Weihnachtsmarkt. Nachdem ein Sprengsatz in einer Tasche nicht zündete, soll er es ein zweites Mal nahe dem Rathaus versucht haben. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Fundes der Nagelbombe. 

Junge ist ein Deutsch-Iraker

Das Magazin beruft sich in seinem Bericht vom Freitag auf Angaben der Justiz- und Sicherheitsbehörden. Die genauen Hintergründe der Tat und die Gefährlichkeit des verwendeten Materials waren zunächst unklar. Bei dem Jungen soll es sich um einen 2004 in Ludwigshafen geborenen Deutsch-Iraker handeln.

Sprengsatz zündet nicht

In dem "Focus"-Bericht heißt es, nach Erkenntnissen der Ermittler sei der "stark religiös radikalisierte" Junge womöglich von einem "unbekannten Mitglied" der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) "angestiftet oder angeleitet" worden. Demnach kam es am 26. November nur deshalb nicht zu einer Detonation, weil der Sprengsatz nicht zündete.

Mit Sprengpulver gefülltes Konservenglas

Nach "Focus"-Angaben soll der Junge am 26. November versucht haben, den Sprengsatz auf dem Weihnachtsmarkt zu zünden. Am 5. Dezember habe er den in einem Rucksack versteckten Sprengsatz - ein mit Sprengpulver gefülltes Konservenglas - dann in einem Gebüsch nahe dem Rathaus deponiert. Nachdem ein aufmerksamer Passant die Polizei über den Fund informiert habe, hätten Spezialisten einen Teil der "hochbrisanten Mischung" gesprengt. Laut "Focus" soll der Sprengsatz im Rucksack auch mit Nägeln präpariert gewesen sein.

Bundesstraße zeitweise gesperrt

Nach dem Fund am 5. Dezember hatte die Polizei mitgeteilt, ein Zwölfjähriger stehe im Verdacht, das Glas in der Nähe des Rathaus-Centers abgelegt zu haben. Wegen der Tasche waren damals der Bereich rund um das Center sowie eine Bundesstraße zeitweise gesperrt worden.

"Rucksack mit selbst gebauter Zündvorrichtung"

Damals hatte die Polizei mitgeteilt, der Junge sei mit Einverständnis der Eltern zunächst dem Jugendamt übergeben worden. Experten des Landeskriminalamtes hätten herausgefunden, dass das Material, das sich in dem Glas befand, aus Feuerwerkskörpern und Wunderkerzen gewonnen wurde. Nach damaligen Polizeiangaben war es zwar brennbar, konnte aber nicht explodieren. Der "Focus" schreibt nun von einem Rucksack mit einer selbst gebauten Zündvorrichtung.

Strafmündigkeit muss geklärt sein

Laut "Focus" führt parallel die Staatsanwaltschaft Frankenthal Ermittlungen gegen den Jungen, wobei das Verfahren wegen der Strafunmündigkeit des mutmaßlichen Täters demnächst wohl eingestellt werde.

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