Ein Zwergspitz im weihnachtlichen Kostüm.

Gerade Kinder wünschen sich zu Weihnachten oftmals ein Haustier.

Foto: dpa (Symbolbild)

Tiere

Bremer Senat: Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum

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Von nord24
5. Dezember 2022 // 12:55

Die Bremer Landestierschutzbeauftragte warnt davor unüberlegt ein Tier an Weihnachten zu verschenken. Folgende Fragen sollte man sich vorab stellen.

Bis zu 30 Prozent wieder abgegeben

Ob Hund, Katze oder Wellensittich – alle Jahre wieder stehen vor allem auf den Wunschzetteln von Kindern auch immer Haustiere. Doch: "Die traurige Statistik zeigt, dass bis zu 30 Prozent aller zu Weihnachten gekauften oder verschenkten Tiere bereits nach kurzer Zeit wieder abgegeben werden. Viele dieser Tiere landen im Tierheim oder in privaten Aufnahmeeinrichtungen", sagt Prof. Dr. Sibylle Wenzel, Landestierschutzbeauftragte der Freien Hansestadt Bremen.

Kinder können nicht die Verantwortung tragen

Die meisten Tiere sind keine Einzelgänger und wünschen sich Artgenossen um sich herum. Außerdem werden gerade Kleintiere, wie Hamster, Meerschweinchen und Co. gerne mit Kuscheltieren verwechselt, aber gerade diese Tiere suchen keine menschliche Nähe, sagt die Landestierschutzbeauftragte. Katzen hingegen haben in häuslicher Einzelhaltung (wenn möglich sollten auch hier zwei Tiere vergesellschaftet werden) häufig ein hohes Bedürfnis nach menschlicher Aufmerksamkeit, Zuwendung und Beschäftigung und brauchen mehr Zeit, als die meisten glauben. "Viele Menschen glauben, die Versorgung des Tieres in die Hände der Kinder legen zu können. Das ist ein fataler Fehler und sorgt für überfüllte Tierheime", so Sibylle Wenzel.

Vieles vor Anschaffung klären

Diese Fragen sollten vorab geklärt werden, bevor ein tierisches Familienmitglied aufgenommen wird, rät Prof. Dr. Sibylle Wenzel:

  • Welche erwachsene Person im Haushalt übernimmt die Verantwortung?
  • Welches Tier passt zur eigenen Lebenssituation und kann den Bedürfnissen des Tieres gerecht werden?
  • Welche Ansprüche haben Interessierte an dem Tier und kann die Rasse/Tierart diese wirklich erfüllen?
  • Kann man sich ein Tier leisten? (Kosten für Futter, Zubehör und tierärztliche Leistungen müssen mitgedacht werden)
  • Wer kann die Betreuung und Versorgung des Tieres übernehmen, wenn man selbst verhindert ist? (Urlaub, Krankheit usw.)
  • Tiere können auch mal fünf, zehn oder 15 Jahre alt werden. Passt diese Lebenserwartung zu der eigenen Lebensplanung?
  • Im Vorfeld über Qualzuchten informieren und sich nicht von der Optik des Tieres leiten lassen.

All diese Fragen sollten im Vorfeld gut überlegt werden und keinesfalls kurzfristig unter dem Weihnachtsbaum entschieden werden, sagt die Bremer Landestierschutzbeauftragte.

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