Ein Wolf steht in einem Gehege vom Wildpark Neuhaus im Solling

Laut Gerichtsbeschluss dürfen Wölfe aus dem Friedeburger Rudel in der Nähe von Jever nun doch nicht abgeschossen werden.

Foto: Pförtner/dpa

Tiere

Niedersachsen: Gericht kippt Abschussgenehmigung für Wölfe

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Von nord24
28. Oktober 2022 // 12:43

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies wird in seiner Wolfspolitik von der Justiz gebremst: Wölfe des Friedeburger Rudel dürfen nicht geschossen werden.

Risse genetisch Tier zuzuordnen

Das Verwaltungsgericht Oldenburg hat die Abschussgenehmigung für Wölfe aus dem Friedeburger Rudel in der Nähe von Jever gekippt. Nach Auffassung der Richter ist die Begründung des Landes Niedersachsen für den Abschuss nicht durch das Bundesnaturschutzgesetz gedeckt. Es könnten nicht andere Wölfe eines Rudels zum Abschuss freigegeben werden, wenn Nutztierrisse einem bestimmten Tier genetisch zuzuordnen seien, teilte das Gericht am Freitag mit.

Rüde nicht identifizierbar

Die Genehmigung vom 14. September bezog sich zwar auf den Rüden GW2888m, dem Nutztierrisse zugeordnet werden konnten. Allerdings hieß es in einer Nebenbestimmung, dass auch andere Tiere des Rudels getötet werden dürften, weil der Rüde nicht zum Beispiel durch eine besondere Fellzeichnung identifizierbar sei. Das Rudel bewegt sich in den Landkreisen Wittmund und Friesland.

Beschwerde einlegen

Der Beschluss ist nicht rechtskräftig. Die zuständige Naturschutzbehörde NLWKN kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg einlegen. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies kündigte direkt nach der Entscheidung am Donnerstag Beschwerde beim OVG in Lüneburg an. Ein noch restriktiverer Weg könne Abschüsse künftig quasi unmöglich machen, meint er. Die Population wachse rasant, der Wolf sei in seinem Bestand nicht mehr bedroht. (dpa)

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