Ein Obdachloser und sein Hund

Für Obdachlose bedeutet ein Hund ein Schutz vor Übergriffen und ist oftmals der einzige Freund. Geld für eine Tierarztbehandlung fehlt aber meist.

Foto: Siemons/dpa

Tiere

Niedersachsen: Tierarztmobil hilft Hundehaltern mit wenig Geld

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Von nord24
16. November 2022 // 11:12

Für arme Menschen sind Hunde oft die wichtigsten Begleiter im Leben. Das Tierarztmobil der Uli-Stein-Stiftung hilft Vierbeinern mit kostenloser Behandlung.

Jeden Mittwochnachmittag

Hundegebell erfüllt an diesem Herbsttag den Platz vor der Clemens-Basilika am Rand von Hannovers Innenstadt. Ein Herz für Tiere zu zeigen, darum geht es den Organisatoren des Angebots für arme Hundehalter mit und ohne Wohnung. Hierfür kommt das Tierarztmobil seit anderthalb Jahren an jeden Mittwochnachmittag auf den Platz. Die Mitarbeiter bieten im Heck des Autos kostenlose tierärztliche Behandlung. Außerdem können sich die Besucher Futter, Halsbänder und Hundedecken gegen die Kälte mitnehmen.

Stiftung des verstorbenen Uli Stein

Möglich macht dies eine Stiftung des 2020 verstorbenen Cartoonisten Uli Stein. Steins ehemalige Managerin Katja Seifert leitet die Stiftung. Für Obdachlose sei ein Hund ein Schutz vor Übergriffen und oftmals der einzige Freund, erläutert sie. "Das merken wir auch daran, dass mancher mit den Nerven völlig am Ende ist, wenn dem Tier etwas fehlt."

Wöchentliche Arthrose-Spritze

Um sein Tier sorgt sich ein junger Mann im Punker-Outfit, der für die wöchentliche Arthrose-Spritze mit seinem schwarzen Labrador "Stasi" gekommen ist. Der 31-Jährige lebt in einem Jugendwohnprojekt der Stadt Hannover. Den Tierarzt könne er sich nicht mehr leisten, "wegen der Inflation und solchen Sachen". Auch Rentnerin Lucia steht dort mit ihrem Chihuahua-Mischling Benny, um Medikamente abzuholen. Mit rund 1.000 Euro reicht Lucias Rente gerade so zum Leben, ist aber dennoch zu hoch, um nennenswerte staatliche Unterstützung zu bekommen.

Voraussetzung: Bedürftigkeitsprüfung

Etwa zwanzig Menschen kommen derzeit jede Woche, sagt die junge Tierärztin Astrid Galka. Voraussetzung ist eine Bedürftigkeitsprüfung. Derzeit werden im Mobil nur Hunde behandelt. Für Katzen sei dieser Ort zu stressig, sagt die Veterinärin. "Da müsste man aufpassen, dass sie nicht weglaufen. Wenn jemand eine kranke Katze hat, vereinbaren wir einen Termin in der Praxis." (dpa)

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