Ein Wildgans fliegt am Ufer eines Teiches.

Auswertungen haben gezeigt, dass auch kleinere Explosionen an Silvester schon ausreichen, um die Tiere enorm zu verschrecken.

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Tiere

Studie: Wildgänse von Silvesternacht längere Zeit gestresst

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Von nord24
28. Dezember 2022 // 12:40

Für die Tierwelt bedeutet das Silvesterfeuerwerk Stress pur. Die Folgen für Wildgänse zum Beispiel hallen noch Tage nach, wie eine Studie nun zeigt.

Mit GPS-Sendern ausgestattet

Forschende des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Konstanz und des Niederländischen Instituts für Ökologie haben sich acht Jahre in Folge angeschaut, wie sich Silvester auf Wildgänse auswirkt. Dafür wurden Vögel mit GPS-Sendern ausgestattet. Die Ergebnisse zeigen: Das Feuerwerk beeinflusst die Tiere länger als nur eine Nacht.

Verkürzte Nachtruhe

Die Bewegungsdaten von 347 Gänsen in Norddeutschland, Dänemark und den Niederlanden wurden laut der Studie ausgewertet - jeweils im Zeitraum vom 19. Dezember bis zum 12. Januar. Demnach flohen die Gänse in der Silvesternacht pünktlich um Mitternacht von ihren Schlafgewässern und flogen in Gebiete mit weniger Menschen. Die Nachtruhe der Tiere wurde um zwei Stunden verkürzt. Die Feinstaubbelastung über ihren Ruhezonen stieg um bis zu 650 Prozent.

Langsame Erholung

Sie flogen den Forschern zufolge bis zu 16 Kilometer weiter und bis zu 150 Meter höher als üblich. In Einzelfällen wurden auch extreme Distanzen von mehr als 500 Kilometer zurückgelegt. Von den Strapazen erholten sich die Tiere den Auswertungen nach nur langsam. Die Flucht in der Silvesternacht kostet die Gänse viel Kraft. Um diese wieder rein zu holen, schonten sie sich danach deutlich.

Zehn Prozent mehr gefressen

Sie fraßen zehn Prozent mehr und bewegten sich tagsüber deutlich weniger. "In strengen Wintern, wo nicht genug zusätzliches Futter gefunden werden kann oder dieses nicht schnell genug an den kurzen Tagen aufgenommen werden kann, mag dies zu Problemen führen", erklärte Studienautorin Andrea Kölzsch vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie.

Böllern nahe Nationalparks verbieten

Auch kleinere Explosionen an Silvester würden schon ausreichen, um die Tiere enorm zu verschrecken. Das hätten die Auswertungen aus den Corona-Jahren gezeigt, wo das Böllern in vielen Ländern nur eingeschränkt möglich war. Statt einem generellen Böllerverbot sei es sinnvoller, Partyfeuerwerk in der Nähe von Nationalparks, Vogelschutzgebieten und anderen wichtigen Ruhegebieten zu verbieten. (dpa)

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