Auch, wenn die Wunde im betreffenden Fall größer als auf diesem Foto gewesen sein dürfte - ein blutender Finger rechtfertigt es nicht, dass man mit dem Auto durch eine 30er-Zone rast.

Auch, wenn die Wunde im betreffenden Fall größer als auf diesem Foto gewesen sein dürfte - ein blutender Finger rechtfertigt es nicht, dass man mit dem Auto durch eine 30er-Zone rast.

Foto: Gabbert/dpa

Verkehr

Blutender Finger kein Notstand

Von nord24
11. Juli 2020 // 18:50

Autofahrer müssen sich immer an Verkehrsregeln und ans Tempolimit halten. Bei einem Notstand kann dies anders sein.

Ein Notstand kann vorliegen, wenn etwa Gefahr um Leib und Leben besteht. Dann kann eine Ordnungswidrigkeit gerechtfertigt sein. Ein blutender Finger gehört nicht dazu. Das zeigt ein Urteil des Amtsgerichts Frankfurt (AZ: 971 Owi 955 Js-OWi 65423/19), auf das die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hinweist.

Mann fährt Frau ins Krankenhaus

Um welchen Fall geht es? Ein Ehepaar kochte mit seinen Kindern. Dabei schnitt sich die Frau in den Finger. Da die Wunde stark blutete, fuhr der Mann die Gattin selbst ins Krankenhaus. Denn ein paar Monate vorher hätte sie bei Schmerzen im Unterleib etwa 40 Minuten auf den Krankenwagen warten müssen.

Mit 80 durch die 30er-Zone

In einer Tempo-30-Zone wurde der Mann mit 80 km/h geblitzt. Gegen die Geldbuße von 235 Euro und das Fahrverbot von einem Monat wehrte er sich und ging vor Gericht. Ohne Erfolg. Grundsätzlich kann zwar eine Ordnungswidrigkeit durch Notstand gerechtfertigt sein. Doch den erkannte das Gericht hier nicht. Weder Gefahr um Leib und Leben noch Komplikationen seien zu erwarten gewesen.

Immer informiert via Messenger

Kommt die „Schulschiff Deutschland“ nach Bremerhaven? Es wird gerade wild spekuliert.

1905 abgegebene Stimmen
Folge den Pinguins via Messenger