Bevor der Sanitäter kommt: Im Notfall kann jeder Hilfe leisten. Selbst wenn der Erste Hilfe Kurs schon lange zurückliegt.

Bevor der Sanitäter kommt: Im Notfall kann jeder Hilfe leisten. Selbst wenn der Erste Hilfe Kurs schon lange zurückliegt.

Foto: AOK Mediendienst

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Erste Hilfe leisten im Notfall: Wenn jede Sekunde zählt

Von nord24 Ads
29. Juni 2019 // 06:42
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Erste Hilfe leisten im Notfall: Wenn jede Sekunde zählt

Bei Erster Hilfe gibt es laut Deutschem Roten Kreuz nur einen Fehler: nicht zu helfen. Für Patienten oder Unfallopfer vergeht im Notfall lebenswichtige Zeit, und man selbst kann wegen unterlassener Hilfeleistung belangt werden. 

Wähle 112: Jeder kann helfen

Was zählt im Notfall? Auch wenn der letzte Erste-Hilfe-Kurs schon viele Jahre her ist: „Was jeder tun kann, ist umgehend die gebührenfreie und europaweite Notrufnummer 112 zu wählen“, sagt Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband. Die Kontaktpersonen in den Leitstellen von Rettungsdienst und Feuerwehr sammeln nicht nur Informationen, um Helfer auf den Weg schicken zu können. Im Ernstfall begleiten sie den Anrufer bei notwendiger Wiederbelebung.

Unfallstelle absichern, Hilfe holen

Bis Sanitäter oder Polizisten kommen, sind weitere  Dinge zu erledigen, für die niemand Erste Hilfe gelernt haben muss: Eine Unfallstelle muss abgesichert, ein Warndreieck aufgestellt und das Opfer aus der Gefahrenzone gebracht werden. „Lassen sie den Betroffenen spüren, dass er nicht allein ist", betont AOK-Experte Ebel. Er rät: „Beruhigen Sie die Person. Suchen Sie leichten Körperkontakt an Schulter oder Hand und schirmen den Betroffenen vor Zuschauern ab." Ist der Patient bewusstlos, sollte er auf den Rücken gedreht und der Kopf in den Nacken gelegt werden. Dann kann man  hören, sehen und fühlen, ob die Atemwege frei sind. „Wichtig ist es, sich nicht länger als zehn Sekunden damit aufzuhalten und schnell zu entscheiden, ob man mit der Wiederbelebung beginnt“, betont Arzt Ebel.

Wiederbelebung: Die richtigen Handgriffe

Zur Reanimation rät er auch dann, wenn die Atmung auffallend langsam, extrem tief, unregelmäßig oder von schnarchähnlichen Geräuschen begleitet ist. Je früher sie beginnt, desto größer sind die Erfolgschancen. Denn schon nach wenigen Minuten sterben die ersten Hirnzellen ab, weil das Gehirn nicht genügend mit Sauerstoff versorgt wird. Die Sorge vor einer Mund-zu-Mund-Beatmung sollte niemanden abschrecken, meint Ebel. „Im Zweifel reicht oft auch eine Herzdruckmassage.“

Herzdruckmassage: Was im Notfall zählt.

Dazu kniet man sich neben den Verletzten und legt beide Hände übereinander auf die Mitte des Brustkorbs. Man verschränkt die Finger und streckt die Arme durch. Dann verlagert man den Oberkörper nach vorne und versucht, den Brustkorb einzudrücken, etwa fünf bis sechs Zentimeter tief. Dabei bleiben die Arme durchgedrückt und der Rücken gerade. Der Druck erfolgt zweimal pro Sekunde, pro Minute etwa 100- bis 120-mal.

Keine Scheu vor Mund-zu-Mund-Beatmung

Da das körperlich ziemlich anstrengend ist, ist es ratsam, sich alle zwei Minuten abzuwechseln. Auf 30 Druckbewegungen kann eine zweimalige Atemspende folgen. Ist die Nase verletzt, können Ersthelfer zur Mund-zu-Mund-Beatmung übergehen. Dazu wird das Kinn des Opfers leicht nach oben gezogen, so dass der Nacken überstreckt ist. Der Daumen hält den Mund offen.  Die andere Hand wird auf die Stirn gelegt, Zeigefinger und Daumen drücken die Nase zu. Der Helfer atmet normal ein, umschließt mit dem Mund die Lippen des Opfers und atmet aus. Danach schnell wieder mit der Massage beginnen. Sie sollte nicht länger als zehn Sekunden unterbrochen werden.

Notfall: Herzinfarkt oder Schlaganfall?

Auch bei Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall sollte sofort der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 alarmiert werden.

Alarmzeichen Herzinfarkt

  • Starke Schmerzen hinter dem Brustbein, die in Nacken, Hals, Kiefer, Arme oder Oberbauch ausstrahlen.
  • Heftiges Engegefühl, Druck oder Brennen im Brustkorb.
  • Plötzliche Luftnot, Übelkeit, Schwächegefühl.

Alarmzeichen Schlaganfall

  • Plötzliche Lähmung, Schwäche, Taubheit in einem Arm, Bein oder Gesicht (herabhängender Mundwinkel).
  • Plötzliche Wortfindungsstörungen, verwaschene Sprache
  • Plötzlicher Schwindel
  • Plötzliche Sehstörungen, Schluckstörungen, Gedächtnis- und Orientierungsstörungen.

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