Frischer Fisch gegen Jodmangel

Eine gesunde Ernährung hilft gegen Jodmangel und beugt Krankheiten vor.

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So verhindert ihr Jodmangel - Tipps für eine gesunde Ernährung

Von nord24 Ads
31. Januar 2020 // 00:00
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So verhindert ihr Jodmangel - Tipps für eine gesunde Ernährung

Jod ist für die geistige und körperliche Entwicklung wichtig. Bekommt der Körper zu wenig davon, fällt das nicht gleich auf. Wer aber nicht aufpasst, kann richtig krank werden. Die Folgen reichen von Konzentrationsstörungen bis hin zu Depressionen. Die AOK gibt Tipps gegen Jodmangel.

Jodmangel in Deutschland steigt

Lange Zeit war die Jodversorgung in Deutschland ausreichend. Doch Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigen, dass Kinder und Jugendliche inzwischen nicht mehr genügend Jod zu sich nehmen. Nach einer Definition der Weltgesundheitsorganisation sind Schulkinder dann ausreichend mit dem lebenswichtigen Spurenelement versorgt, wenn die mittlere Jodausscheidung im Urin zwischen 100 und 199 Mikrogramm pro Liter liegt. In der aktuellen RKI-Studie lag sie bei Kindern und Jugendlichen jedoch nur noch bei 88,8 Mikrogramm pro Liter. Im Vergleich zum Jodmonitoring von vor elf Jahren ist der Wert demnach um 23 Prozent gesunken. Laut RKI handelt es sich dabei um eine verhältnismäßig große Veränderung für einen einzelnen Nährstoff in einem relativ kurzen Zeitraum.

Ein lebenswichtiges Spurenelement

Kinder sollten täglich je nach Alter zwischen 100 und 200 Mikrogramm zu sich nehmen. Das sind die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Für Erwachsene sollten es etwa 200 Mikrogramm täglich sein, bei Schwangeren und Stillenden 230 beziehungsweise 260 Mikrogramm pro Tag. „Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Der Körper benötigt es unter anderem für die Bildung der Schilddrüsenhormone", sagt Dr. Julian Bleek, Arzt im AOK-Bundesverband.

Kropf ist sichtbares Zeichen von Jodmangel

Bekommt die Schilddrüse nämlich nicht genug Jod, kann sie nicht mehr ausreichend Hormone bilden. Sie versucht dann zunächst, das Defizit auszugleichen, indem sie sich vergrößert. In der Folge bildet sich ein Kropf, der ab einer bestimmten Größe auch von außen sichtbar ist und Probleme beim Schlucken oder ein pfeifendes Atemgeräusch verursachen kann. Der Verdacht auf einen Kropf lässt sich mittels Tastuntersuchung und Ultraschall abklären.

Kinderarzt prüft Schilddrüsenwerte

Wenn das Organ trotz dieser Vergrößerung nicht mehr ausreichend Hormone bilden kann, kommt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion. Betroffene beschreiben sich als antriebslos und müde. Sie beklagen einen körperlichen sowie geistigen Leistungsabfall und beobachten Hautveränderungen. Sie ist trocken, kühl, blassgelb oder teigig. Hinzu kommt trockenes, brüchiges Haar. Die Stimme wird heiser, sie nehmen zu. Die Potenz nimmt ab, das Herz schlägt schneller. „Da eine Unterfunktion der Schilddrüse zu Beginn nur geringe Beschwerden hervorruft, wird sie häufig erst spät erkannt", sagt Mediziner Bleek. Bei Verdacht auf eine Unterfunktion kontrolliert die behandelnde Ärztin beziehungsweise der Arzt die Schilddrüsenwerte im Blut. Bei Kindern werden sie routinemäßig sowohl direkt nach der Geburt als auch in der Vorsorgeuntersuchung J1 zwischen dem 13. und 15. Lebensjahr ausgewertet.

Tipp: Jodhaltige Nahrungsmittel zu sich nehmen

„Da der Körper Jod nicht selbst bilden kann, muss es über die Nahrung aufgenommen werden“, sagt Dr. Bleek. Er rät daher, beim Salzen Jodsalz zu verwenden. Schon fünf Gramm Jodsalz enthalten 100 Mikrogramm Jod. Ein Erwachsener hat am Tag genug Jod eingenommen, wenn er beispielsweise 200 Gramm Schellfisch isst oder sein Essen mit einer Prise Jodsalz würzt. Auch Roggenbrot, Spinat, Radieschen, Milch und Hühnereier gelten als gute Jod-Lieferanten. Wenn der Bedarf an Jod nicht über die normale Ernährung abgedeckt werden kann, wird eine zusätzliche Einnahme von Jodtabletten empfohlen.

Bei Schilddrüsen-Problemen Arzt aufsuchen

Liegt eine Schilddrüsenunterfunktion vor, kann diese mit Schilddrüsenhormon-Tabletten behandelt werden. Die Diagnose sollte jedoch ein Arzt stellen. Denn bei einer drohenden oder bereits bestehenden Schilddrüsenüberfunktion sollte der Patient die Jodzufuhr eher drosseln als steigern. Das Motto „Viel hilft viel“ ist bei Jod also unangebracht. (ams)

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