Fußball: Bundesliga, Werder Bremen - 1. FC Köln, 7. Spieltag. Werders Niklas Moisander (l) ist vor Kölns Dominick Drexler am Ball.

Niklas Moisander steht bei Werder Bremen nicht mehr im ersten Glied.

Foto: Carmen Jaspersen/dpa

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Sport

Darum ist Niklas Moisander keine erste Wahl mehr

Von Carsten Sander, deichstube.de
10. Dezember 2020 // 10:37

Es ist nicht so, dass die Situation völlig neu wäre für Niklas Moisander. Kapitän zu sein und trotzdem nicht zu spielen – das hat er schon einmal erlebt. Und die Geschichte wiederholt sich jetzt beim SV Werder Bremen.

Moisander wechselt vom Stammspieler- in den Optionsspieler-Status

Es war im Schlussviertel der Saison 14/15, als Niklas Moisander sich bei Ajax Amsterdam wiederholt auf der Bank wiederfand, zwischendurch aber auch immer mal in der Startelf stand. Moisander, der Stammspieler, war zu Moisander, der Optionsspieler, geworden. Die Reaktion darauf war diese: Nach drei Jahren bei Ajax wechselte der Innenverteidiger nach Ablauf der Saison zu Sampdoria Genua. Neuer Klub, neues Glück. Nun scheint sich Geschichte zu wiederholen. Jedenfalls was den Wechsel vom Stammspieler- zum Optionsspieler-Status betrifft. Auch bei Werder Bremen ist Moisander seit Saisonbeginn nicht mehr automatisch erste Wahl.

Kohfeldt setzt nur auf einen Innenverteidiger

Die Entwicklung dahin war in den vergangenen Wochen schon deutlich an nur vier Startelfeinsätzen in neun Partien abzulesen gewesen, verstärkte sich am Sonntag gegen den VfB Stuttgart aber noch mal zusätzlich. Trainer Florian Kohfeldt reagierte auf die personellen Entwicklungen im Team nicht etwa mit einer Hereinnahme von Niklas Moisander, sondern baute die bei Werder Bremen grundsätzlich bevorzugte Dreierkette zu einer Viererkette um. So wurden nur zwei statt drei Innenverteidigern benötigt – Moisander also nicht.

Wechsel in Winter-Transferperiode wohl nicht geplant

Es sind klare Anzeichen eines Wandels bei Werder Bremen, einer Wachablösung, wenn man so möchte. Und Niklas Moisander, mit 35 Jahren der erfahrenste Spieler im Kader, wird sie erkennen. Er hat es ja bei Ajax schon einmal so erlebt. Dass deshalb seine Reaktion aber die gleiche sein wird, ist laut Werder-Sportchef Frank Baumann nicht abzusehen. Sprich: ein Wechsel des Kapitäns in der am 2. Januar beginnenden Winter-Transferperiode ist intern bislang nicht thematisiert worden. „Es gibt keine Anzeichen in diese Richtung. Weder von uns aus noch von Niklas. Wir gehen davon aus, dass alles so weiterläuft“, erklärt Baumann auf Nachfrage der DeichStube.

Abgang im Sommer 2021 ist wohl wahrscheinlich

Moisanders Vertrag läuft ohnehin nur noch bis zum Saisonende. Dass dann Schluss sein wird bei Werder, ist zwar noch nicht beschlossen, aber nach Lage der Dinge sehr wahrscheinlich. Baumann will jedoch nichts vorwegnehmen, sagt mit Verweis auf die gleiche Vertragslage bei Theodor Gebre Selassie: „Wir werden es mit Niklas handhaben wie mit Theo und uns zu gegebener Zeit zusammensetzen.“ Sollte es bei Werder Bremen nicht weitergehen, könnte Moisander seine Karriere beenden oder – und das ist die für ihn vermutlich charmantere Möglichkeit - noch ein, zwei Spielzeiten in Schweden folgen lassen. Seine Frau ist Schwedin, das Land für den Finnen deshalb zur zweiten Heimat geworden.

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