Ex-Fußballprofi und Nestwerk-Pate Ivan Klasnic spricht auf einer Pressekonferenz zum 20-jährigen Bestehen der Nestwerk-Initiative.

Ivan Klasnic wird eine hohe Entschädigungssumme erhalten.

Foto: Markus Scholz/dpa

Werder Bremen
Sport

Klasnic soll rund vier Millionen Euro erhalten

Von Timo Strömer und Carsten Sander, deichstube.de
29. Dezember 2020 // 17:23

Der Rechtsstreit zwischen Ivan Klasnic, Ex-Profi des SV Werder Bremen, und den Versicherungen der von ihm verklagten ehemaligen Club-Ärzte Dr. Götz Dimanski und Dr. Manju Guha ist nun offenbar zu Ende.

Klasnic will Meldungen nicht kommentieren

Wie die ARD berichtet, wurde am Oberlandesgericht Bremen ein Vergleich geschlossen. Demnach wird der heute 40-jährige Klasnic für seine erkrankte Niere und die gesundheitlichen Folgen eine Entschädigungszahlung in Höhe von mehr als vier Millionen Euro erhalten. Auf Nachfrage wollte Klasnic die Meldung nicht kommentieren, schon im November 2020 hatte er aber gegenüber der Deichstube bestätigt, „dass es keinen weiteren Gerichtstermin gibt“.

Dem Ex-Profi wurde dreimal eine Spenderniere transplantiert

Klasnic (40) hatte Dimanski, Guha und den 2015 verstorbenen Internisten Prof. Dr. Hermann Holzhüter verklagt, weil sie in den Jahren 2002 und 2003 eine sich entwickelnde Niereninsuffizienz bei dem damaligen Profi des SV Werder Bremen nicht erkannt und folglich nicht rechtzeitig behandelt haben sollen. Die Konsequenz war eine lebensbedrohliche Erkrankung des Fußballers, dem mittlerweile dreimal eine Spenderniere transplantiert werden musste – zuletzt im Herbst 2017.

Prozess verlor sich in Gutachten und Gegengutachten

Weil Ivan Klasnic durch die schwere Erkrankung möglicherweise lukrative Verträge als Fußball-Profi entgingen, verklagte er die Mediziner auf eine Entschädigungszahlung in zweistelliger Millionenhöhe. Doch der Prozess verlor sich in immer neuen Gutachten und Gegengutachten. Vor Gericht trafen sich die streitenden Parteien dabei zuletzt im September 2018. Damals endete die mündliche Verhandlung mit einem Vergleichsvorschlag des Vorsitzenden Richters Peter Lüttringhaus. Drei Millionen Euro für Klasnic – das war die empfohlene Größenordnung. Begleitet von dem richterlichen Hinweis, dass sich der Prozess ohne Vergleich noch über weitere Jahre erstrecken würde – „und man weiß nicht, ob der Kläger in zehn Jahren noch hier sitzen kann“.

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