Florian Kohfeldt glaubt an die Rettung. Vier Spiele stehen in der Bundesliga noch auf dem Programm.

Florian Kohfeldt glaubt an die Rettung. Vier Spiele stehen in der Bundesliga noch auf dem Programm.

Foto: Patrik Stollarz/AFP/Pool/dpa

Werder Bremen
Sport

Kohfeldt gibt seinen SV Werder längst noch nicht auf

Von Daniel Cottäus und Carsten Sander, deichstube.de
8. Juni 2020 // 12:27

Florian Kohfeldt wusste, dass sich das, was er gleich sagen würde, „blöd anhört“. Gesagt hat er es dann trotzdem. „Was mir Mut macht, ist die Tabelle“, erklärte der Trainer des SV Werder Bremen nach der 0:1 (0:0)-Heimpleite seines Teams gegen den VfL Wolfsburg. Eine Niederlage, die die Bremer Situation in der Tabelle weiter verschärfte und deshalb mehr dazu geeignet war, Panikreaktionen und Fatalismus auszulösen als ausgerechnet Mut. Aber Kohfeldt meinte es völlig ernst und erläuterte: „Es sind nicht sieben oder acht Punkte bis zum Relegationsplatz, sondern nur drei. Das ist bei noch vier verbleibenden Spielen machbar.“

Am Ende macht Werder verlässlich den einen entscheidenden Fehler

Ist es. Theoretisch. Doch so, wie Werder derzeit auftritt, sind selbst drei Punkte unfassbar viel. Engagiert ja, torgefährlich nein – das ist die kürzeste Beschreibung dessen, was die Bremer zu leisten imstande sind. Und am Ende macht das Team dann verlässlich den einen Fehler, der das Spiel entscheidet.

Kevin Vogt verliert seinen Gegenspieler

Am Sonntagnachmittag war es Kevin Vogt, der Wout Weghorst den Siegtreffer köpfen ließ (82.). Und VfL-Trainer Oliver Glasner verriet hinterher, dass er sich die Bremer genauso zurechtgelegt und sich das Drehbuch des Spiels genauso vorgestellt hatte. „Wir wollten die Mitte zumachen und Werder in Räumen, die wir kontrollieren konnten, den Ball lassen. Wir haben gehofft, dass sie hinten raus müde werden würden. Schön, dass es so aufgegangen ist“, meinte der Österreicher und dokumentierte damit, wie leicht es längst ist, den von Florian Kohfeldt trainierten SV Werder Bremen auszugucken und auszubremsen.

Bemitleidenswerte Harmlosigkeit im Angriff

Das größte Bremer Übel ist aber nicht der eine Fehler in einer ansonsten recht stabilen Defensive gewesen, sondern die bemitleidenswerte Harmlosigkeit im Angriff. Nach zwei, drei guten Szenen in Halbzeit eins brachte Werder Bremen kaum noch etwas zustande. „Unser Verhalten im letzten Drittel ist schlecht – dafür gibt es kein anderes Wort“, räumte Florian Kohfeldt abermals ein. Und weil das Ganze keine Momentaufnahme ist, sondern ein Dauerzustand (woran auch die 1:0-Siege in Freiburg und auf Schalke nichts ändern), bleibt die Frage, wie Werder in den letzten vier Partien die nötigen Tore schießen will, um die drei Punkte (und sechs Treffer) auf Fortuna Düsseldorf auf dem Relegationsrang aufzuholen.

Niclas Füllkrug als Hoffnungsträger

Die Antwort könnte Niclas Füllkrug heißen. Nach seinem Kreuzbandriss steht der Stürmer seit Donnerstag wieder im Teamtraining, am kommenden Samstag soll er im so wichtigen Spiel bei Liga-Schlusslicht SC Paderborn wieder im Kader stehen. Dass an sein Comeback Hoffnungen geknüpft sind, ist klar. Kohfeldt will es aber nicht übertreiben: „Ich will nicht den Druck auf seine Schultern laden und sagen: ,Endlich kommt der Messias zurück!‘ Niclas wird zunächst nur eine Alternative für die Bank sein.“ Aber immerhin das. Gegen Wolfsburg war der Effekt von der Bank trotz der Einwechslung von vier Offensiven gleich null.

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