Torwart Felix Wiedwald schaut nach der Niederlage gegen Frankfurt traurig aus der Wäsche. Jetzt ist ein Erfolg beim Hamburger SV erste Pflicht.

Torwart Felix Wiedwald schaut nach der Niederlage gegen Frankfurt traurig aus der Wäsche. Jetzt ist ein Erfolg beim Hamburger SV erste Pflicht.

Foto: Jaspersen/dpa

Werder Bremen

Schluss mit lustig: Jetzt zählen nur noch Werder-Siege

Von nord24
22. November 2016 // 16:00

Vier Pleiten in Serie, jetzt liegt es an Trainer Alexander Nouri, Werder Bremen aus der Krise zu führen. Gute Worte reichen nicht mehr. Es gehört zu den Abläufen nach einem Werder-Heimspiel, dass sich Trainer Alexander Nouri in einer kleinen Runde den Medienvertretern zum Gespräch stellt. Viel zu oft schon hat er in diesen Momenten eine Niederlage erklären müssen, und er hat es meistens auf eine Art und Weise getan, die Zuversicht und Unbekümmertheit ausstrahlen sollte.

Werder-Coach Nouri steckt in Erklärungsnot

Nach dem 1:2 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt gab Nouri wieder den Überzeugten, doch die Fassade hat nach vier Pleiten in Folge Risse bekommen. Nouri steckt längst in Erklärungsnot. Und bei den anstehenden Kellerduellen mit dem Hamburger SV und dem FC Ingolstadt geht es für Werder nicht nur um enorm wichtige Punkte, sondern auch um das Vertrauen in Nouri.
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Nouri verwendet in seinen Erklärungen die bekannten Satzbausteine

Der 37-Jährige saß am Sonntagabend offensiv auf seinem Stuhl. Nach vorne gelehnt, den Fragestellern zugewandt. Was er über die Fortsetzung der Niederlagenserie zu sagen hatte, waren jedoch weitestgehend bekannte Satzbausteine: Die guten Phasen ausbauen, die schlechten minimieren. Totaler Glaube an die Mannschaft und an die Arbeit des eigenen Trainerteams. Volle Überzeugung für den eingeschlagenen Weg.

Nouri: Natürlich wünschen wir uns alle eine andere Situation

Jede Aussage für sich genommen ist okay, er meint es auch so und nicht anders. Doch die jüngsten Ergebnisse lassen viel davon wertlos erscheinen. Die kritische Auseinandersetzung mit den gemachten Fehlern führt bei Nouri so gut wie nie in die Tiefe, und ein Satz wie „Natürlich wünschen wir uns alle eine andere Situation“ wird der aktuellen Problematik bei Werder nicht im Geringsten gerecht. Statement von Verteidiger Niklas Moisander:

Zwischenbilanz des Werder-Trainers ist nach acht Spielen ernüchternd

Die Bremer gewinnen einfach nicht mehr. Das Zwischenhoch mit sieben Punkten aus drei Spielen unter Alexander Nouri ist lange vorbei. Die Zwischenbilanz des Skripnik-Nachfolgers ist nach acht Spielen unter seiner Regie ernüchternd: zwei Siege, ein Unentschieden, fünf Niederlagen – sein Punkteschnitt liegt aktuell bei 0,875 pro Partie. Wenn das so bleibt, ist das Ende klar: Abstieg.

Sportchef Frank Baumann stellt klare Forderungen

Es muss etwas passieren. Und anders als Coach Nouri, der nach außen auf Gelassenheit setzt, webt Sportchef Frank Baumann in seine Betrachtung der Situation auch klare Forderungen ein. Er stellt den Trainer zwar nicht in Frage („Wir bewahren insgesamt die Ruhe und haben keine Zweifel“), sagt aber auch ganz deutlich, dass gute Worte fortan nicht mehr reichen: „Wichtig ist, dass wir jetzt unsere Lehren ziehen und so schnell wie möglich punkten, damit wir bis zur Winterpause noch einige Zähler holen. Denn im neuen Jahr wird es nicht einfacher – speziell zu Beginn.“ Werder startet 2017 mit Spielen gegen Borussia Dortmund und Bayern München.

Schlüsselspiele für Werder Bremen jetzt gegen Hamburg und Ingolstadt

Die nächsten Aufgaben heißen aber HSV und Ingolstadt – es sind die einzigen Clubs, die bislang noch schlechter sind als Werder. Damit das so bleibt, ist im Krisenderby am Sonnabend in Hamburg (15.30 Uhr) das Ende der Niederlagenserie absolute Pflicht, sagt Innenverteidiger Niklas Moisander: „Wir müssen beide Partien gewinnen, da bleibt uns keine andere Wahl. Diese Spiele sind unglaublich wichtig.“ Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt in der Zusammenfassung:

Profis benötigen eine stabile Psyche

Werder braucht dann vor allem eines: eine stabile Psyche. Genau daran hapert es offenbar aber immer wieder. Frank Baumann spekulierte nach dem 1:2 gegen Frankfurt jedenfalls in diese Richtung. Nach der 1:0-Führung durch Florian Grillitsch (38.) und erst recht nicht nach dem Ausgleich durch Alexander Meier (52.) „haben wir nicht weiter den Mut gehabt. Vielleicht ist es eine mentale Geschichte, dass wir dann passiver werden und nicht mehr das Selbstvertrauen zeigen.“

Werder muss mit Selbstvertrauen ins Nordderby starten

Wenn dem so ist, dann ist Alexander Nouri gefordert, Abhilfe zu schaffen. Und zwar schnell. Mit Angst vor dem Gewinnen ins Nordderby gegen einen maximal motivierten HSV zu gehen, wäre schließlich fatal. (cs)

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