Fußball und Mann in weißem Trikot.

Niclas Füllkrug traf auf Schalke gleich dreimal.

Foto: Guido Kirchner/dpa

Werder Bremen
Sport

So ist die Lage bei Werder-Matchwinner Niclas Füllkrug

Von Carsten Sander, deichstube.de
27. September 2020 // 12:01

Florian Kohfeldt ist, wenn er will, ein Großmeister des Erklärens, warum er was wie gemacht hat. Wieso er aber Niclas Füllkrug im Spiel gegen Schalke 04 in die Startelf gestellt hatte, wollte der Trainer von Werder Bremen nach dem 3:1-Sieg nicht ausschweifend erläutern. „Es war ein Bauchgefühl – und manchmal habe ich damit auch Glück“, sagte er mit einem Lachen, das absolut berechtigt war.

Füllkrug ist der Werder-Matchwinner

Denn das Bauchgefühl des Trainers war in diesem Fall drei Tore wert gewesen. Niclas Füllkrug traf gegen die Schalker in der 22., 37. und 59. Minute (Tor Nummer drei per Foulelfmeter, den er selbst erzwungen hatte) und avancierte damit zum Matchwinner bei Werder Bremen.

Drei Tore gegen die eigene Unsicherheit

Drei Tore in einem Bundesliga-Spiel – das war Füllkrug in seiner Karriere bis dato nur einmal gelungen. Es war im Januar 2018 beim 3:2-Erfolg von Hannover 96 über Mainz 05. Nun wiederholte er das Kunststück gegen Schalke 04 – und das in einem Spiel, in dem es für Werder, aber auch für ihn um enorm viel ging. Die Mannschaft brauchte den Sieg, um nicht gleich wieder in den Krisenmodus der Vorsaison zu geraten. Und Niclas Füllkrug brauchte die Tore, um eine entstandene Unsicherheit seinen Status betreffend zu vertreiben. Nachdem er zum Saisonauftakt gegen Hertha BSC nur eingewechselt worden war, stellte sich die Frage, ob Davie Selke ihn in der Hierarchie überholt haben könnte.

Füllkrug wurde von der Joker-Rolle angestachelt

Doch diese Frage dürfte Füllkrug mit den drei Toren geklärt haben. Angestachelt war er durch die Joker-Rolle gegen die Hertha in jedem Fall. „Natürlich war ich enttäuscht. Aber so ein bisschen Wut im Bauch zu haben, ist ja nicht immer schlecht, um eine gute Leistung abzurufen“, sagte der Torjäger. Einen der Spielbälle nahm er übrigens aus der Veltins-Arena mit nach Hause. „Der kommt bei mir in die Vitrine.“ Wo auch schon andere „Hattrick-Bälle“, wie Füllkrug sie nennt, ausgestellt sind. Aber der aus Schalke ist erst der zweite aus der Bundesliga.

Das Rennen mit Davie Selke bleibt offen

Was Füllkrugs Dreierpack nun für die nächsten Spiele bedeutet? Nicht sehr viel, erklärt Kohfeldt und hält das Rennen zwischen dem dreifachen Torschützen und Davie Selke offen. Gesetzt bleibt bei ihm im Sturm offenbar nur Josh Sargent, dessen Arbeit gegen den Ball der Coach „brillant“ nannte: „Ich hätte ihm auch sehr ein Tor gewünscht.“ Doch die schoss am Samstag allein Niclas Füllkrug. Dennoch verweigerte Kohfeldt ihm eine Startelfgarantie für das kommende Heimspiel gegen Arminia Bielefeld (Samstag, 15.30 Uhr). „Diesmal passte es vom Positionsprofil her gut, und wir hatten Glück. Es gibt aber keinen Automatismus, dass er nächste Woche wieder Startelf spielt und wieder und wieder und wieder.“

Fülkrugs Einsätze dosieren, auf körperliche Probleme achten

Das Wichtigste sei, den mit einer langen Verletzungsgeschichte versehenen Torjäger „konstant über die Saison zu bringen“, sagt Kohfeldt. Heißt: Einsätze dosieren, sensibel mit Anzeichen körperlicher Probleme umgehen. Ein weiterer langer Ausfall des 27-Jährigen, der die Vorsaison wegen eines Kreuzbandrisses beinahe komplett verpasst hatte, würde Werder Bremen schließlich hart treffen. Auf Schalke habe Niclas Füllkrug nach 68 Minuten sogar um seine Auswechslung gebeten, berichtet Kohfeldt: „Und das macht er nicht ohne Grund.“

Nicht zu 100 Prozent fit

Die Botschaft, die hinter dieser Aussage steckt, ist, dass Niclas Füllkrug immer noch nicht zu hundert Prozent fit ist. Was Florian Kohfeldt auch in der Pressekonferenz vor dem Spiel angedeutet hatte, als er sagte: „Ich sehne den Moment herbei, an dem ich wieder voll auf Niclas zurückgreifen kann.“ Dass der Coach des SV Werder Bremen diesen Moment am Samstag gekommen sah, lag vor allem an Füllkrug selbst. Nach vielen Gesprächen während der Trainingswoche und einem letzten am Samstagmorgen sei klar gewesen, den 27-Jährigen von Anfang an spielen zu lassen. Kohfeldt: „Ausschlaggebend war, dass er sagte, dass er sich jetzt bereit fühlt. Dann habe ich es entschieden.“ Aus dem Bauch heraus.

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