Anthony Ujah

Werder Bremens Stürmer Anthony Ujah will am Sonnabend auch gegen den 1. FC Köln ein Tor bejubeln

Grafik:

Werder Bremen

Werder oder Köln - wer hat den besseren Anthony?

Von Torsten Melchers
10. Dezember 2015 // 19:51

Am Sonnabend spielt nicht nur Werder Bremen gegen den 1. FC Köln, es spielen auch Anthony Ujah gegen Anthony Modeste. Beide Stürmer sind die einzigen, die in ihren jeweiligen Mannschaften überhaupt Tore schießen. Extra-Brisanz bekommt das Duell der beiden Tonys durch die Vorgeschichte: Vor wenigen Monaten war der Bremer Ujah noch ein Kölner.

Anthony Ujahs Wechsel sorgt für böses Blut

Werder Bremens Manager Thomas Eichin nutzte im Mai eine Ausstiegsklausel, um den Nigerianer an die Weser zu lotsen. Weil die Pressestelle damals sofort nach Vertragsunterzeichnung Fotos von Ujah veröffentlichte, auf denen der Stürmer vor dem Spruch „100 Prozent Werder“ posierte, gab es im Rheinland böses Blut. Denn die Saison war noch gar nicht beendet, und Ujah sollte für die letzten drei Spiele schließlich „100 Prozent Köln“ sein. Bei den Fans war der vorherige Publikumsliebling damit unten durch. Als Ersatz verpflichteten die Kölner Anthony Modeste von der TSG Hoffenheim. Und der schlug so gut ein, dass die Fans des „Effzeh“ bald schon Ujah keine Träne nachweinten. Nach acht Bundesligaspielen hatte der Franzose bereits sechs Tore auf dem Konto (darunter zwei Elfmeter) und verdiente sich in fast jeder Partie Bestnoten für Wendigkeit, Torgefahr und Ausstrahlung.

Modeste trifft nicht mehr

Doch seither, seit dem 3:0-Auswärtssieg bei Schalke 04, trifft Modeste nicht mehr – eine Durststrecke von sieben Spielen. Zuletzt vergab er sogar einen Strafstoß. (Dabei hatte er allerdings mildernde Umstände, denn zuvor hatte Augsburgs Torwart Marwin Hitz den Elfmeterpunkt zertrampelt.) „Es ist eine Scheißphase“, fluchte der Stürmer. Auch Ujah hatte in Bremen schon eine kleine Serie ohne Tor: Zwischen dem vierten und dem zehnten Spieltag ging er fünfmal in Folge leer aus. Diskussionen gab es da aber nicht. Und spätestens seit seinem Doppelpack beim 3:1-Sieg in Mainz läuft es rund. Vergangenen Sonntag beim VfB Stuttgart schoss er das Tor zum 1:1-Endstand. Es war ein typischer Treffer für den Nigerianer: Schneller als alle anderen reagierte er und schob einen Abpraller mit abgebrühter Ruhe ins Tor. Außerdem ist er schnell und durchsetzungsstark. So gehen sieben der 15 Bremer Tore auf sein Konto, zwei weitere Treffer hat er aufgelegt. „Für mich persönlich läuft es ganz gut“, sagt Ujah bescheiden.

Anthony Ujah traf schon einmal gegen Köln

Dass es am Sonnabend gegen seinen Ex-Club geht, irritiert ihn nicht, auch wenn er nach wie vor von seiner Zeit in Köln schwärmt. Das bremst aber nicht seinen Tordrang, wie er Ende Oktober bewiesen hat. Beim 1:0-Sieg im Pokal gegen den 1. FC Köln schoss Ujah das goldene Tor. Deutlich mehr Stress hat zurzeit der Anthony aus Köln. Die Fans nörgeln immer lauter über Modestes Flaute, und er selbst wirkt nachdenklich. Offizielle und Mitspieler versuchen deswegen seit Tagen, den Druck vom Stürmer zu nehmen und ihn aufzumuntern. „Ich würde mir wünschen, dass er wieder mehr lacht, dass er wieder mehr Spaß hat“, sagt Kölns Co-Trainer Michael Schmidt, der Modeste zuletzt eine halbe Stunde aufs leere Tor schießen ließ. Und Mitspieler Philipp Hosiner sagt, dass die Flaute die gesamte Mannschaft betrifft: „Es ist nicht nur Tony, der nicht trifft.“ Werder-Trainer Viktor Skripnik hat trotz allem großen Respekt vor Kölns Stürmer: „Ich bin fest überzeugt, dass er in der Startelf steht. Er ist immer bemüht, immer in Bewegung, auf ihn müssen wir aufpassen.“

Umfrage In Niedersachsen gibt es keine generelle Quarantänepflicht mehr.

War es richtig, die generelle Quarantänepflicht aufzuheben?

7974 abgegebene Stimmen
Folge nord24 via Messenger
Folge den Pinguins via Messenger
Folge uns auf Facebook
Besuche uns auf Facebook
Abonniere uns auf Instagram
nord24 auf Instagram