Davie Selkes Marktwert ist deutlich gesunken.

Davie Selkes Marktwert ist deutlich gesunken.

Foto: Stuart Franklin/Getty-Pool/dpa

Werder Bremen
Sport

Werder und das Problem mit Davie Selke

Von Daniel Cottäus, deichstube.de
10. August 2020 // 10:05

Viel besser hätte es für ihn nun wirklich nicht losgehen können: Im ersten Spiel an einem Tor beteiligt, im zweiten dann selbst getroffen – Davie Selke hat bei Werder Bremen zu Jahresbeginn einen Einstand nach Maß gefeiert. „Wegen solcher Abende bin ich froh, dass ich wieder hier in Bremen bin“, sagte der Stürmer Anfang Februar, nachdem er während des 3:2-Erfolgs im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund das frühe 1:0 für Werder Bremen markiert hatte. Was Davie Selke in diesem Moment noch nicht wissen konnte: Besser sollte es für ihn bis zum Saisonende nicht mehr werden.

Selke schaffte es öfter nicht in den Kader

Es folgten zehn Einsätze in der Bundesliga, in denen der 25-Jährige torlos blieb. Am letzten Spieltag gegen Köln sowie in der Relegation gegen Heidenheim – in der für Werder so heißen Schlussphase also – verzichtete Trainer Florian Kohfeldt sogar freiwillig auf Selke, berief ihn erst gar nicht mehr in den Kader. Was die Rückholaktion des Stürmers plötzlich in einem anderen ganz Licht erscheinen ließ: Hat sich Werder Bremen bei Davie Selke etwa verzockt?

Kaufverpflichtung in Höhe von zehn Millionen Euro

Nur zur Erinnerung: Den 1,94-Meter-Mann, der schon zwischen 2013 und 2015 das Bremer Trikot getragen hatte, hat Werder Bremen in der Winterpause bis zum 30. Juni 2021 von Hertha BSC ausgeliehen. Sollten die Grün-Weißen dann noch erstklassig sein, greift eine Kaufverpflichtung in Höhe von zehn Millionen Euro. Die Summe könnte sogar noch bis auf 15 Millionen Euro ansteigen, sollte Werder etwa das internationale Geschäft erreichen.

Marktwert deutlich gesunken

Das Problem für die Bremer: Als Werder Davie Selke im Winter ausgeliehen hat, betrug dessen Marktwert noch stolze zehn Millionen Euro (Quelle: „transfermarkt.de“). Auf dieser Basis wurde der Deal fixiert. Nach einer schwachen Rückrunde in Bremen und natürlich auch wegen der Corona-Krise ist Selkes Wert inzwischen jedoch auf fünf Millionen Euro gesunken, sodass die Bremer nach heutigem Stand im kommenden Jahr einen komplett überteuerten Stürmer kaufen müssten.

Wird der Leihvertrag juristisch überprüft?

Der Fernsehsender „Sky“ hatte kürzlich berichtet, bei Werder Bremen gäbe es intern Überlegungen, den Leihvertrag mit der Hertha juristisch noch einmal überprüfen und gegebenenfalls anfechten zu lassen. Argument: Durch ein nicht vorhersehbares Ereignis (Corona) habe sich die Grundlage, von der man bei Vertragsabschluss ausgegangen war, dramatisch verändert.

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