Wird Werder sein Leistungszentrum (wie auf diesem Entwurf) am Osterdeich bauen oder müssen die Bremer nach Niedersachsen ziehen?

Wird Werder sein Leistungszentrum (wie auf diesem Entwurf) am Osterdeich bauen oder müssen die Bremer nach Niedersachsen ziehen?

Foto: Werder Bremen

Werder Bremen

Zieht Werder Bremen mit dem Nachwuchs nach Niedersachsen?

Von nord24
14. November 2018 // 14:00

Werder ist eines der größten Aushängeschilder Bremens. Ein Teil des Vereins könnte aber bald gar nicht mehr dort ansässig sein.

Keine Drohung

Hubertus Hess-Grunewald wollte es nicht als Drohung verstanden wissen, doch der Werder-Geschäftsführer sagte: Wenn der Bundesligist sein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) in der Pauliner Marsch am Weserstadion nicht grundlegend erneuern darf, dann sei eine Zukunft in Bremen nicht möglich und damit ein Umzug nach Niedersachsen wahrscheinlich – möglicherweise nach Weyhe.

Hochwasserschutz

Die Pauliner Marsch ist ein Hochwasserschutzgebiet. Sollte die Weser über die Ufer treten, ist es eine wichtige Ausgleichsfläche und schützt die Stadt vor einer Überflutung. Wie schnell das Wasser kommen kann, zeigte das Jahr 2013, als das Weserstadion beinahe abgesoffen wäre. Das geplante Nachwuchsleistungszentrum mit einem kleinen Stadion für 5500 Zuschauer würde nicht direkt geschützt. Das Wasser muss sogar aufs Spielfeld gelangen können, um weiterhin eine Ausgleichsfläche zu sein. Ein Hochwasser, das mehrere Tage anhalten würde, könnte zu großen Schäden führen.

Talente sollen in Nähe bleiben

Werder kennt natürlich das Risiko. Will es aber eingehen, um den Standort Pauliner Marsch zu erhalten. Die Talente sollen unbedingt weiterhin in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Profis ausgebildet werden. Dafür wird sogar auf eine größere Fläche mit mehr Luxus, wie er von anderen Clubs angeboten wird, verzichtet.

Bundesligastandort auf dem Spiel

Benötigt werde eine Fläche von 50 Hektar, um dann wirklich alle Wünsche zu erfüllen. In der Pauliner Marsch gibt sich Werder mit wesentlich weniger zufrieden, „weil wir dort hingehören und unbedingt bleiben möchten“, betonte Hess-Grunewald. Es gehe dabei auch um die Existenz des Clubs. „Ohne ein neues Nachwuchsleistungszentrum sind wir auf Dauer nicht konkurrenzfähig, damit wäre der Bundesliga-Standort Bremen nicht mehr haltbar“, prophezeite der Geschäftsführer, der auch zugleich Präsident des Vereins ist.

Weyhe würde sich freuen

„Herr Bovenschulte in Weyhe würde sich freuen, wenn wir dorthin gehen würden.“ Noch ist Andreas Bovenschulte Bürgermeister der Gemeinde Weyhe, er möchte im Mai in die Bremische Bürgerschaft einziehen. In der Vergangenheit hat es bereits Gespräche gegeben, wo Platz in Weyhe für ein NLZ wäre. Ob das wieder ein Thema wird, hängt davon ab, ob sich Werder mit seinen Ideen in der Pauliner Marsch durchsetzen kann. Von Björn Knips

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