Leonardo Bittencourt ist im Moment keine erste Wahl.

Leonardo Bittencourt ist im Moment keine erste Wahl.

Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Werder Bremen
Sport

Bittencourt und das Leben mit der Reservisten-Rolle

Von Daniel Cottäus, deichstube.de
14. April 2021 // 08:56

Seit der Länderspielpause Ende März hat es für ihn nicht mehr gereicht: In nun bereits drei Partien hintereinander musste sich Leonardo Bittencourt bei Werder Bremen, obwohl vollkommen fit, mit der Rolle als Vollzeit-Reservist begnügen.

Bittencourt spielt bei Kohfeldt im Moment keine Rolle

Trainer Florian Kohfeldt hatte in den Duellen gegen Stuttgart, Regensburg und Leipzig jeweils anderen Akteuren den Vorzug gegeben und auch als Joker nicht auf den 27-Jährigen vertraut. Bittencourt ist beim Coach derzeit außen vor – dabei galt er einst als Wunschspieler Kohfeldts.

Von Köln über Hoffenheim nach Bremen

Zur Erinnerung: Bereits im Sommer 2018 wollte Werder Bremen den Angreifer vom 1. FC Köln nach Bremen lotsen, was nicht gelang, weil Leonardo Bittencourt lieber zur TSG Hoffenheim wechselte. Es war letztlich nur ein Umweg auf seinem Weg zu Werder, denn im Sommer 2019 nahmen ihn die Bremer unter Vertrag, statteten ihn sogar mit der prestigeträchtigen Rückennummer 10 aus, was im Fußball per se für große Erwartungen sorgt. Erwartungen, denen Bittencourt bisher nicht dauerhaft gerecht werden konnte.

In der aktuellen Saison nur 15 Einsätze in der Startelf

Während seiner ersten Saison bei Werder bestritt der gebürtige Leipziger 29 Bundesligaspiele und schoss vier Tore. In der laufenden Serie kam er an bisher 28 Spieltagen 23-mal zum Einsatz, erzielte ebenfalls vier Treffer, stand aber nur 15-mal in der Startelf. Ganz sicher zu wenig für die Ansprüche eines Mannes, der über 200 Bundesligaspiele auf dem Buckel hat und unangefochtener Stamm- und Führungsspieler sein will.

Bittencourt wird auch bei der Rotation nicht berücksichtigt

Nach dem 0:1 in Stuttgart erklärte Kohfeldt nur sehr oberflächlich, weshalb Leonardo Bittencourt hinten dran ist: „Weil die anderen es gut machen.“ Es könne aber sein, dass es schon im nächsten Spiel wieder ganz anders aussähe „und Leo wieder von Anfang an spielt“, vertröstete Kohfeldt den Profi. Das nächste Spiel war dann Regensburg, und Bittencourt spielte wieder nicht. Auch nicht gegen Leipzig, als der Trainer zwar rotieren ließ, sich dennoch nicht an seine „10“ erinnerte.

Baumann verweist auf die „sehr große Auswahl“ in der Offensive

„Dass Leo nicht zufrieden ist, ist doch normal“, sagt Sportchef Frank Baumann über Bittencourts aktuelle Stimmungslage und verweist auf die „sehr große Auswahl“, die Werder Bremen in der Offensive habe. Was folgt, ist ein Appell, den Baumann zunächst allgemein formuliert, ehe er konkreter wird: „Jeder Spieler kann seine Situation wieder verbessern, kann über Trainingsleistung und Einsätze, die er bekommt, für sich selbst werben“, sagt der Manager – und fügt an: „Auch Leo kann durch Leistung auf sich aufmerksam machen.“ Als Kritik am Spieler will Baumann das ausdrücklich nicht verstanden wissen.

Neue Chance beim Spiel in Dortmund?

Es ist eher eine Perspektive für den Profi, mit dem gleichen Tenor wie beim Trainer: Deine Chance könnte schon bald wieder kommen. Die nächste Gelegenheit stellt das Auswärtsspiel gegen Borussia Dortmund am kommenden Sonntag dar, also gegen jenen Verein, für den Leonardo Bittencourt im Herbst 2012 in der Bundesliga debütierte – und dem er im Werder-Trikot schon einmal mächtig weh getan hat. DFB-Pokal-Achtelfinale, Februar 2020: Per traumhaftem Distanzschuss brachte Bittencourt die Bremer während des 3:2-Erfolgs mit 2:0 in Führung. Ein Ausrufezeichen, ein ganz spezieller Moment, wie ihn Werder Bremen dringend mal wieder gebrauchen könnte. (dco/mb)

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