Fußball: 2. Bundesliga, Werder Bremen - FC Schalke 04, 14. Spieltag, wohninvest Weserstadion. Werders Niclas Füllkrug (M) jubelt nach seinem verwandelten Foulelfmeter mit Mitchell Weiser über sein Tor zum 1:1.

Niclas Füllkrug (links) verwandelt den umstrittenen Elfmeter zum 1:1.

Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Werder Bremen
Sport

Elfmeter-Drama in Bremen: Schalke fühlt sich betrogen

Von Carsten Sander, deichstube.de
21. November 2021 // 10:26

Eigentlich war das Spiel für den SV Werder Bremen schon verloren. Und für den FC Schalke 04 schon gewonnen. Dann lag plötzlich Werder-Joker Roger Assalé im gegnerischen Strafraum am Boden, und Schiedsrichter Tobias Stieler winkte zunächst ab. Doch dann fasste er sich ans Ohr - Kontakt mit dem Videokeller, dann der Gang zum Bildschirm, um zu checken, was gewesen war.

Stieler zeigt plötzlich auf den Punkt: Elfmeter für Werder Bremen

Während Stieler also dort stand, waren die TV-Zuschauer schon mit der Szene durch, hatten sie in Zeitlupe mehrfach zu sehen bekommen. Und festgestellt: Handspiel von Roger Assalé, aber bestimmt kein Foul an dem Bremer. Und trotzdem zeigte Stieler plötzlich auf den Punkt, gab Elfmeter für Werder Bremen und stürzte den FC Schalke damit tief in die Fassungslosigkeit. „Es ist sehr große Wut da. Ich muss aufpassen, was ich sage“, schnaubte Coach Dimitrios Grammozis später. Allerdings hatte er Stieler da schon verbal auseinandergenommen.

Grammozis tobt: „Und der trägt das Fifa-Wappen auf dem Trikot?“

„Und der trägt das Fifa-Wappen auf dem Trikot?“, fragte der Schalke-Coach und konnte nur mit Mühe an sich halten. Noch nie in seinem langen Fußballerleben habe er Vergleichbares erlebt. „Da fehlen mir echt die Worte“, knurrte der Ex-Profi, der sicher weniger erzürnt gewesen wäre, wenn Niclas Füllkrug den Strafstoß nicht zum 1:1 verwandelt hätte. In der neunten Minute der Nachspielzeit!

Wo hat der Schalker Henning Matriciani den Bremer Roger Assalé getroffen?

Tatsächlich war auch beim wiederholten Überprüfen der Szene nicht zu erkennen, wo Schalke-Verteidiger Henning Matriciani – wie Assalé erst in der 88. Minute eingewechselt - den Bremer getroffen haben soll. Vielleicht mit dem rechten Fuß? Aber nein, da war nichts. Und Grammozis schimpfte sich durch die Pressekonferenz: „Es war ein klares Handspiel des Bremers, dann lässt sich der Spieler fallen. Dass dabei ein Elfmeter gegen uns rauskommt, sprengt alle Rahmen. Das war eine absolute Frechheit, wie ich sie noch nie erlebt habe.“ Stieler empfahl er noch, „vielleicht mal den Schiri-Schein zu machen“.

Werder diskutiert nicht über den Strafstoß

Und die Bremer? Sie diskutierten natürlich nicht über den Strafstoß, der wie ein Geschenk zu ihnen gekommen war. Füllkrug verbuchte den späten Ausgleich als „Belohnung für eine tolle Reaktion“ der Mannschaft und des ganzen Vereins auf den Rücktritt des Trainergespanns Markus Anfang und Florian Junge. Interimscoach Danijel Zenkovic räumte immerhin ein, dass Assalé das „clever gemacht habe“. Peter Knäbel, Sportvorstand von Schalke 04, war von derlei Bewertungen weit weg. Er fühlte sich „schlichtweg betrogen. Wir wurden um zwei verdiente Punkte gebracht.“ (csa/mb)

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