Fußball: 2. Bundesliga, 1. FC Nürnberg - Werder Bremen, 13. Spieltag im Max-Morlock-Stadion. Der Bremer Trainer Markus Anfang gestikuliert am Spielfeldrand

Werder-Trainer Markus Anfang sieht sich heftigen Vorwürfen ausgesetzt.

Foto: Daniel Karmann/dpa

Werder Bremen
Sport

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Werder-Coach Anfang

Von Björn Knips und Carsten Sander, deichstube.de
19. November 2021 // 06:17

Es wird ernst für Markus Anfang. Wie die Staatsanwaltschaft Bremen gegenüber Radio Bremen bestätigte, hat sie Ermittlungen gegen Werder-Trainer Markus Anfang eingeleitet. Nach Angaben von Sprecher Frank Passade habe zuvor das Bremer Gesundheitsamt Strafanzeige gegen Anfang gestellt. Der 47-Jährige, seit dieser Saison Chefcoach des SV Werder Bremen, steht in Verdacht, ein gefälschtes Zertifikat zum Nachweis einer Corona-Schutzimpfung benutzt zu haben. Anfang hat diese Vorwürfe in einer am späten Donnerstagabend verbreiteten Club-Mitteilung energisch zurückgewiesen. Seitens der Vereinsführung hat es bislang keine Stellungnahme zu dem Verdacht und dem Vorgang gegeben.

Werder-Mitteilung: Anfang ist verärgert und irritiert

„Ich habe genau wie jeder andere doppelt geimpfte Bürger meine beiden Impfungen in einem offiziellen Impfzentrum erhalten und dafür die entsprechenden Aufkleber im gelben Impfpass bekommen. Den habe ich anschließend in der Apotheke digitalisieren lassen und ging selbstverständlich davon aus, dass damit alles seine Ordnung hat. Ich hoffe sehr, dass sich das Thema schnell aufklärt“, ließ sich Markus Anfang von seinem Arbeitgeber zitieren. Er sei „verärgert und irritiert“, hieß es in der Mitteilung. Für eine weitere Stellungnahme war Anfang am Freitagmorgen noch nicht zu erreichen. Sollten sich die Vorwürfe gegen ihn bewahrheiten, wäre er als Trainer des SV Werder Bremen wohl nicht mehr vermittelbar.

Noch sind die Vorwürfe gegen den Trainer nicht belegt

Der Club betont bei jeder Gelegenheit, dass er sich in der Corona-Pandemie genauestens an alle Vorgaben des Gesundheitsamtes und der Politik halten würde. So kämpft Werder Bremen um jeden Zuschauer im Stadion, schlussendlich um sein wirtschaftliches Überleben. Ein Trainer, der Arbeitgeber und Behörden in dieser Phase über seinen Impfstatus fehlinformiert oder sogar bewusst täuscht, sich damit unter Umständen sogar strafbar macht, wäre der Öffentlichkeit nur noch sehr, sehr schwer zu vermitteln. Doch noch ist nichts belegt, noch laufen die Ermittlungen gegen Markus Anfang.

Das soll mit Anfangs Impfnachweis nicht stimmen:

Als sich Marco Friedl am Ende der vergangenen Woche aus Österreich mit einem positiven Corona-Test bei Werder Bremen meldete, war das auch für das Bremer Gesundheitsressort der Startschuss, die Kontaktpersonen des 23-Jährigen zu überprüfen. Wer hat welchen Impfstatus, wer muss gegebenenfalls in Quarantäne? Routine eigentlich. Doch offenbar tauchten bei Markus Anfang Unstimmigkeiten auf. Welche genau? Nach Informationen der Deichstube sollen im Impfnachweis des Trainers die leicht zu überprüfende Chargennummer des Impfstoffs und ein Impfdatum unstimmig gewesen sein. So überschneidet sich ein Impftermin in Anfangs Nachweis angeblich mit einem Einsatz als Werder-Trainer. Die Behörde prüfte eingehend und informierte die Staatsanwaltschaft.

Vorsitzender Klaus Filbry schweigt am Freitagmorgen

Nun laufen die Ermittlungen gegen Anfang, für den nicht nur sein Posten beim SV Werder Bremen auf dem Spiel steht. Sollten sich die Vorwürfe gegen Markus Anfang bewahrheiten, droht eine Verurteilung wegen Dokumentenfälschung sowie eine Geldstrafe, im schlimmsten Fall auch eine Haftstrafe. Die Geschäftsführung des SV Werder hat bislang keine Stellungnahme abgegeben. Die Deichstube traf den Vorsitzenden Klaus Filbry am Freitagmorgen vor dem Weserstadion, doch er schwieg: kein Kommentar.

Anfang bei Dienstantritt im Sommer noch nicht geimpft

Im vergangenen Sommer hatte Markus Anfang bei Dienstantritt bei Werder Bremen verkündet, dass er noch nicht geimpft sei. Gegenüber der „Bild“ erklärte der 47-Jährige vor knapp einer Woche dann: „Ich bin selbst geimpft, aber jeder darf seine Entscheidung treffen.“ (kni/csa)

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