Christian Groß verlässt das Spielfeld.

Ein rabenschwarzes Wochenende für Christian Groß: Erst kassiert der Mittelfeldspieler am Samstag Gelb-Rot, dann verletzt er sich Sonntag schwer am Knie.

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Werder Bremen

Werder-Profi Christian Groß fällt lange aus

Von Carsten Sander, deichstube.de
20. September 2021 // 18:45

Werder Bremens Mittelfeldspieler Christian Groß hat sich schwer am Knie verletzt. Ihm droht eine lange Pause.

Christian Groß fällt Wochen, wenn nicht gar Monate aus

Die Diagnose ist da – und sie ist nicht gut ausgefallen für Christian Groß. Der Mittelfeldspieler hat sich am Tag nach der Nordderby-Niederlage gegen den Hamburger SV schwer am rechten Knie verletzt. Nach Untersuchungen am Sonntag und Montag teilte der SV Werder Bremen mit, dass der 32-Jährige operiert werden muss, der Eingriff werde eine „längerfristige“ Pause nach sich ziehen. Nähere Angaben zur Art der Verletzung und Dauer der Auszeit macht der Club nicht. Unter „längerfristig“ ist fraglos aber ein Zeitraum von mehreren Wochen, vielleicht sogar Monaten zu verstehen.

Reagiert Werder auf den Ausfall?

„Das ist eine schlechte Nachricht für uns. In den letzten Wochen wurde deutlich, welchen Stellenwert Grosso für unsere Mannschaft hat. Wir hoffen, dass der Eingriff gut verläuft und er schnell wieder auf den Platz zurückkehren kann“, erklärt Werders Cheftrainer Markus Anfang in einer Mitteilung des Clubs. Dass Werder Bremen auf die neue Situation mit der Nachverpflichtung eines aktuell vertragslosen Spielers reagiert, ist eher unwahrscheinlich.

Rabenschwarzes Wochenende für Christian Groß

Für Christian Groß war das Wochenende schon vor dem lockeren Training am Sonntagvormittag ein schwarzes gewesen. Beim 0:2 gegen den Hamburger SV, jenem Club, bei dem der gebürtige Bremer zwischen 2006 und 2011 ausgebildet worden war, hatte er schon nach 31 Minuten die Gelb-Rote Karte gesehen. Selbst verschuldet und dumm war die Aktion. Pures Pech aber, was am Tag darauf folgte. Ein Zweikampf im Training, eine blöde Bewegung – schon war es passiert. Für Groß ist es die dritte schwere Knieverletzung in seiner Karriere. 2011 hatte er einen Kreuzbandriss erlitten, 2016 war erneut ein Kreuzband betroffen. Einmal fehlte er sieben Monate, einmal 14 Wochen.

Die „Sechs“ könnte zu einem Schwachpunkt werden

Werder Bremen steht durch den Groß-Ausfall vor einem großen Problem, denn für die „Sechs“ gibt der Kader nur wenige auf der Position ausreichend erprobte Spieler her. Nicolai Rapp wurde vor der Saison für diese Planstelle verpflichtet, er könnte jetzt auf den freien Posten rutschen. Dann täte sich aber auf den Halbpositionen, wo Rapp die vergangenen Spiele absolvierte, eine Lücke auf. Andere Lösungen auf der „Sechs“ wären Manuel Mbom oder Ilia Gruev. Letzterer hat am Wochenende sein Karriere-Highlight erlebt und als Ersatz für Groß knapp 60 Minuten auf dem Platz gestanden. „Für Ilia war es die bis jetzt längste Spielzeit, die er je in einer Profi-Mannschaft bekommen hat“, sagte Trainer Markus Anfang und urteilte: „Ich finde, dass er es gut gemacht hat.“

Eine Chance für Gruev

Gruev, 21 Jahre alt und bulgarischer Nachwuchs-Nationalspieler, hatte zu Jahresbeginn mit einer Ein-Minuten-Vorstellung gegen den FC Augsburg (2:0) sein Profi-Debüt gegeben, in der Bundesliga kamen keine weiteren Spielminuten mehr dazu, dafür nach dem Abstieg aber zwei Einwechslungen mit elf und 15 Minuten Spielfeldpräsenz – plus der vergangene Samstagabend. Die Leistung des zwar 1,85 Meter großen, aber doch etwas schmächtig wirkenden Mittelfeldspielers gegen den HSV bewertete Clemens Fritz als „sehr engagiert. Man hat gesehen: Er wollte es richtig gut machen. In den Zweikämpfen hat er sich nichts gefallen lassen.“ Der Leiter Profi-Fußball will Markus Anfang nun gewiss nicht reinreden, sieht in der Groß-Verletzung für Gruev aber „die Chance, sich zu zeigen“.

Gonzalo Castro eine Option?

Denkbar wäre es auch, dass Werder Bremen einen aktuell vertragslosen Mann fürs Mittelfeld verpflichtet. Auf dem Markt sind immerhin so prominente Namen wie Gonzalo Castro (34/zuletzt VfB Stuttgart) oder Nabil Bentaleb (26/zuletzt Schalke 04), den die Bremer lange verpflichten wollten, als er noch Ablöse kostete. Jetzt wäre er so zu haben. Auch der kosovarische Nationalspieler Idriz Voca (24/zuletzt Ankaragücü, davor FC Luzern), dessen Name schon einmal im Werder-Dunstkreis aufgetaucht war, wäre zu haben.

Budget lässt nicht viel Spielraum

Doch bei Werder Bremen gehen die Gedanken nicht in diese Richtungen. Grund: Bis ein vertragsloser Spieler, der seit vier Monaten nur individuell trainiert und keine Wettkampfpraxis hat, wieder spielfit und einsatzfähig ist, vergehen mehrere Wochen. Und das Budget lässt auch kaum Spielraum für eine prominente Nachverpflichtung. (csa)

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