Wolfgang Haase zeigt ein altes Foto, auf dem sein Hund zu sehen ist. Der 78-Jährige will es nicht einfach so hinnehmen, dass er das Tier niemals wiedersehen soll. Der Holländische Schäferhund sei ihm zu Unrecht weggenommen worden, sagt er.

Wolfgang Haase zeigt ein altes Foto, auf dem sein Hund zu sehen ist. Der 78-Jährige will es nicht einfach so hinnehmen, dass er das Tier niemals wiedersehen soll. Der Holländische Schäferhund sei ihm zu Unrecht weggenommen worden, sagt er.

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Wesermarsch

Behörde nimmt Halter aus Butjadingen den Hund weg

Von Timo Kühnemuth
14. Juli 2017 // 18:11

Wolfgang Haase kann es nicht fassen: Der Landkreis hat am Montag seinen Hund abholen lassen. Wo das Tier jetzt ist, will man dem 78-jährigen Süllwarder nicht sagen. Dass er den Vierbeiner jemals wiedersehen wird, ist dem Landkreis zufolge unwahrscheinlich. Wolfgang Haase will das nicht einfach so hinnehmen. Er will für sein Haustier kämpfen.

Hund wirkt bedrohlich

Der Hund, das gibt Wolfgang Haase offen zu, flößt Respekt ein. Durch seine Größe und sein Temperament wirkt der Holländische Schäferhund auf manch einen sogar bedrohlich. „Deswegen habe ich mich ja auch für ihn entschieden. Er soll hier aufpassen“, sagt Wolfgang Haase. Bei ihm sei schon zweimal eingebrochen worden.

"Hund ist nicht bissig"

Sein Schäferhund sei nicht bissig. „Er ist ein lieber Hund. Er mag Menschen“, macht Wolfgang Haase deutlich. Trotzdem hat der Süllwarder wegen seines Tieres schon einige Male Ärger gehabt.

Passanten fühlen sich bedroht

Bei den Vorfällen, die der 78-Jährige schildert, ging es im Prinzip immer darum, dass der Hund vor dem Haus am Süllwarder Wischweg frei herumlief und es dann zu Situationen kam, in denen sich Passanten von dem Vierbeiner bedroht fühlten – aus der Sicht von Wolfgang Haase sei diese Furcht aber nicht begründet gewesen.

Hund hat Wesenstest bestanden

Wolfgang Haase betont immer wieder, dass sein 14 Jahre alter Hund noch nie einen Menschen gebissen hat – und verweist dabei auch auf einen Wesenstest, den das Tier im vergangenen Jahr „mit Bravour“ bestanden habe. „Es ist lediglich festgestellt worden, dass der Hund dazu neigt, davonzulaufen“, macht der Süllwarder deutlich.

Spaziergängerin erstattet Anzeige

Und dennoch gab es im Mai dieses Jahres eine Anzeige, derzufolge der Vierbeiner eine Spaziergängerin gebissen haben soll. Dies, so der Landkreis gegenüber der Kreiszeitung, sei der „konkrete Anlass“ gewesen, Wolfgang Haase das Tier wegzunehmen.

"Hier liegt ein Missverständnis vor"

Der 78-Jährige beteuert, dass hier ein Missverständnis vorliegt. Die besagte Spaziergängerin sei mit ihrem Hund an seinem Haus vorbeigegangen. Sein Hund habe den anderen Vierbeiner begrüßen und mit ihm spielen wollen. Daraufhin sei die Frau in Panik verfallen und habe ihr Tier auf den Arm genommen. Er vermutet, dass auch der Hund der Frau Angst hatte und deshalb aus Versehen seinem Frauchen in den Arm biss.

Kreis erinnert an Auflagen

Davon unabhängig weist der Landkreis darauf hin, dass der Schäferhund den besagten Wesenstest zwar bestanden habe, aber Wolfgang Haase die weitere Haltung des Hundes nur unter Auflagen gestattet worden sei. Der Süllwarder müsse sein Grundstück so einzäunen, dass der Hund das Grundstück nicht unbeaufsichtigt verlassen kann. Außerhalb des Grundstücks sei das Tier angeleint zu führen.

Zäune sind für Halter keine Option

Wolfgang Haase glaubt, dass sich sein Hund hinter Zäunen eingesperrt fühlen würde. „Es würde ihm schaden, ihn aggressiv machen“, meint er. Er will jetzt gegen den Landkreis klagen. Seiner Ansicht nach handelt es sich bei den vom Kreis geäußerten Vorwürfen fast ausschließlich um unbewiesene Mutmaßungen. „Diese bestreite ich nach wie vor“, sagt er.

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