Holger Wührmann, Geschäftsführer von Wührmann Elektrotechnik, möchte drei bis vier zusätzliche Gesellen einstellen, findet aber keine. Deshalb bietet er eine 1000-Euro-Wechselprämie.

Holger Wührmann, Geschäftsführer von Wührmann Elektrotechnik, möchte drei bis vier zusätzliche Gesellen einstellen, findet aber keine. Deshalb bietet er eine 1000-Euro-Wechselprämie.

Foto: Kühnemuth

Wesermarsch

Fachkräftemangel: Nordenhamer Firma lockt mit Wechselprämie

Von Timo Kühnemuth
3. Februar 2018 // 11:30

Immer mehr offene Stellen bleiben unbesetzt – wie sich das auf die Praxis auswirkt, lässt sich am Beispiel der Nordenhamer Firma Wührmann Elektrotechnik veranschaulichen. Der Handwerksbetrieb  würde gern Gesellen einstellen, findet aber keine. Um das zu ändern, bietet er jetzt eine Wechselprämie in Höhe von 1000 Euro an.

"Es soll ein Anreiz sein"

Mitte vergangener Woche hat das Unternehmen eine entsprechende Stellenanzeige auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. „Wir sind diesen Weg gegangen, um potenziellen Bewerbern einen Anreiz zu bieten, den Arbeitgeber zu wechseln“, sagt Holger Wührmann. Tobias Schröder und er sind Geschäftsführer des 1960 gegründeten Betriebs

Firma hat viel Kritik einstecken müssen

Für seinen Vorstoß hat Elektrotechnik Wührmann bereits Kritik einstecken müssen. Es sei unredlich, anderen Firmen mit Geld-Offerten die Mitarbeiter „abzuluchsen“, so der Tenor. Holger Wührmann nimmt diese Kritik gelassen hin. Der 53-Jährige sei davon überzeugt, dass solche „Impulse“ im Buhlen um neue Mitarbeiter mittlerweile unumgänglich sind.

"Andere Branchen machen es vor"

Der Geschäftsführer weist darauf hin, dass solche Lockmittel in anderen Branchen längst üblich seien. Zum Beispiel habe das Hafenunternehmen Rhenus Midgard für seinen Standort Nordenham einen Lokführer gesucht und dafür einen Antrittsbonus in Höhe von drei Monatsgehältern in Aussicht gestellt.

Schulabgänger wollen lieber studieren

Es sei nun mal Fakt, dass man im Handwerk große Schwierigkeiten habe, Leute zu finden, so der Elektromeister und Betriebswirt. Immer mehr Schulabgänger dränge es ins Studium, kaum noch jemand habe Lust, eine klassische handwerkliche Ausbildung zu absolvieren. Zudem gebe es auch viele junge Leute, die einen Job in der Industrie bevorzugen.

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