Die Bundesregierung überlegt offenbar, zumindest in einigen Ballungsgebieten testweise die Fahrkarten abzuschaffen. Andreas Jung regt an, auch über andere Maßnahmen nachzudenken.

Die Bundesregierung überlegt offenbar, zumindest in einigen Ballungsgebieten testweise die Fahrkarten abzuschaffen. Andreas Jung regt an, auch über andere Maßnahmen nachzudenken.

Foto: Kühnemuth

Wesermarsch

Kostenloser Nahverkehr: Auch in Nordenham wird diskutiert

Von Timo Kühnemuth
16. Februar 2018 // 17:30

Wie lassen sich mehr Menschen dazu bewegen, vom Auto auf Bus und Bahn umzusteigen? In Deutschland wird diese Frage zurzeit rege diskutiert. Der Grund für die Debatte: Die Bundesregierung plant Bahn- und Busfahren gratis anzubieten, um gerade in Ballungsgebieten die Abgas-Belastung zu reduzieren.

"Das wäre generell auch in Nordenham möglich"

Kostenloses Busfahren für alle? „Das wäre generell auch in Nordenham möglich“, sagt Andreas Jung, Betriebsleiter der Verkehrsbetriebe Wesermarsch (VBW). Doch er glaubt, dass andere Maßnahmen sinnvoller wären, um den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiver zu machen.

EU-Kommission macht Druck

Die Schadstoff-Grenzwerte beim Ausstoß der als gesundheitsschädlich geltenden Stickstoffoxide werden in vielen Städten schon seit langem nicht eingehalten. Die EU-Kommission hatte Deutschland deshalb aufgefordert, zusätzliche Maßnahmen zu nennen, damit die Grenzwerte zukünftig eingehalten werden.

Ticketverkauf bringt jährlich 12 Milliarden Euro ein

Durch den Ticketverkauf nehmen die deutschen Verkehrsunternehmen jährlich 12 Milliarden Euro ein. So viel Geld auf einen Schlag zu kompensieren, wäre schwierig. „Und es geht nicht nur um die Ausgleichszahlungen“, sagt VBW-Betriebsleiter Andreas Jung.

Zusätzliche Busse und Fahrer wären nötig

Wenn das Bus- und Bahnfahren kostenlos wird, wäre es zwangsläufig so, dass die Fahrgastzahlen ansteigen würden, auch in Nordenham. Die Folge wäre, dass man zusätzliche Busse und Fahrer bereitstellen müsste, um das gestiegene Fahrgastaufkommen bewältigen zu können. „Auch hierfür müsste man Geld bereitstellen“, macht er deutlich.

"Bessere Taktung wäre sinnvoll"

Um Bus- und Bahnfahrten für die Menschen attraktiver zu machen, sollte man aber nicht nur über Gratisfahrten nachdenken, findet Andreas Jung. Mindestens genauso hilfreich sei es, zusätzliche Busse einzusetzen, um für eine bessere Taktung zu sorgen.

Komfortablere Fahrzeuge

Auch komfortablere Fahrzeuge könnten dabei helfen, die Attraktivität des Nahverkehrs zu erhöhen. Zudem schlägt Andreas Jung vor, das ÖPNV-Netz so umzugestalten, dass die Fahrgäste möglichst wenig umsteigen müssen.

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