In Niedersachsen lassen sich rund 2100 junge Menschen zum Landwirt ausbilden. Die meisten davon sind mit den Bedingungen zufrieden. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Auszubildenden stetig gestiegen. Doch es gibt unter den Ausbildungs-Betrieben schwarze Schafe.

In Niedersachsen lassen sich rund 2100 junge Menschen zum Landwirt ausbilden. Die meisten davon sind mit den Bedingungen zufrieden. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Auszubildenden stetig gestiegen. Doch es gibt unter den Ausbildungs-Betrieben schwarze Schafe.

Foto: Gabbert

Wesermarsch

Landwirt-Azubi aus Butjadingen klagt über Ausbeutung

Von nord24
21. April 2018 // 10:30

Schichten von bis zu 36 Stunden, mehr als 70 Arbeitsstunden in der Woche: Mit diesen Bedingungen hatte ein 16-jähriger Butjenter als Auszubildender in der Landwirtschaft zu kämpfen. Sein Vater, der anonym bleiben möchte, hat das jetzt öffentlich gemacht. Nach Aussage der Landwirtschaftskammer Niedersachsen kommen solche Fälle immer wieder vor.

Ausbildung abgebrochen

Dass die Arbeit auf dem Hof nicht immer einfach ist und auch die Arbeitszeiten gelegentlich länger ausfallen, ist dem Vater klar: „Ich bin selbst Landwirt. Meine Söhne sind auf dem Hof aufgewachsen und wissen, was Arbeit bedeutet“, erklärt er. Auch sein älterer Sohn habe eine Ausbildung zum Landwirt absolviert und über die hohe Arbeitsbelastung geklagt. Bei seinem Jüngsten ging es nun so weit, dass er die Ausbildung abbrach.

Zur Erntezeit Ausnahmen möglich

Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt laut Vertrag 40 Stunden in der Woche und acht Stunden am Tag. In der Erntezeit ist es laut der Landwirtschaftskammer auch zulässig, in zwei Wochen insgesamt 85 Stunden zu arbeiten - allerdings nur im Einzelfall. Schichten, wie der 16-jährige Butjenter sie schieben musste, sind mit dem Arbeitszeitgesetz nicht vereinbar.

Hohe Geldstrafen drohen

Solche Fälle werden der Landwirtschaftskammer laut eigener Aussage "immer mal wieder" gemeldet. Dann wird versucht, die Betriebe dazu zu bringen, die rechtlichen Bestimmungen einzuhalten. Wenn das nicht geschieht, wird das Gewerbeaufsichtsamt eingeschaltet. Dem Ausbildungsbetrieb drohen hohe Geldstrafen. Allerdings müssen die Beschwerden dafür schriftlich und mit Namen eingereicht werden - was nur selten passiert.

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