Es ist geplant, dass die Bereiche rund um die Hafen- und Werftstandorte in Nordenham, Brake, Berne und Lemwerder nicht als Naturschutz-, sondern lediglich als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen werden.

Es ist geplant, dass die Bereiche rund um die Hafen- und Werftstandorte in Nordenham, Brake, Berne und Lemwerder nicht als Naturschutz-, sondern lediglich als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen werden.

Foto: Blomenkamp

Wesermarsch

Naturschutzgebiet an der Unterweser: Lösung für Wesermarsch in Sicht

Von Timo Kühnemuth
21. Februar 2018 // 19:30

Die Unterweser soll nicht komplett zum Naturschutzgebiet werden, für Industriebetriebe und Häfen wichtige Flächen sollen möglichst unter den Landschaftsschutz fallen. Der Kreis geht davon aus, dass es bei diesem im Januar öffentlich gemachten Kompromiss bleibt. Wie die Teilgebiete im Detail aussehen sollen, wird zurzeit geklärt.

Deutschland ist in Zugzwang

Ursprünglicher Plan des niedersächsischen Umweltministeriums war es gewesen, den Unterweserraum von Blexen bis Lemwerder als Naturschutzgebiet Tideweser ausweisen. Das sollte geschehen, weil die Bundesrepublik gegenüber der EU die Sicherung der sogenannten Fauna-Flora-Habitat-Gebiete, kurz FFH-Gebiete, nachweisen muss.

Industrie hat massive Bedenken

„Doch die Betriebe und Häfen auf dieser Seite der Unterweser hatten gegen die ursprünglichen Pläne massive Bedenken geäußert“, rief Matthias Wenholt, Baudezernent des Landkreises, während der jüngsten Sitzung des Kreisbauausschusses in Erinnerung.

Kompromiss soll Betrieben helfen

Mitte Januar hatte es deshalb ein Gespräch mit dem niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies gegeben, bei dem die Betriebe ihre Bedenken vorgetragen haben. Der bei dem Treffen diskutierte Kompromiss sieht vor, dass die Bereiche rund um die Hafen- und Werftstandorte nicht als Naturschutz-, sondern lediglich als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen werden.

Mehr Spielraum bei Bauprojekten

Die betroffenen Betriebe und Hafenbetreiber erhoffen sich hierdurch mehr Spielraum bei ihrer zukünftigen Arbeit und Entwicklung: Vereinfacht ausgedrückt ist in einem Naturschutzgebiet alles verboten, was nicht ausgedrückt erlaubt ist. In einem Landschaftsschutzgebiet ist dagegen alles erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist.

Landkreis ist optimistisch

„Der Minister hat im Januar zugesagt, die Idee mit den Teilgebieten zu prüfen“, teilte Matthias Wenholt jetzt den Ausschuss-Mitgliedern mit. Mittlerweile lägen erste Entwürfe vor, die aber noch nicht spruchreif sind. „Wir gehen aber davon aus, dass das funktioniert“, betonte der Baudezernent.

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