Rund 40 Kräfte der Feuerwehren Esenshamm und Nordenham waren im Einsatz. Weitere rund 50 bis 60 Rettungskräfte unterstützten und kümmerten sich um die Anwohner.

Rund 40 Kräfte der Feuerwehren Esenshamm und Nordenham waren im Einsatz. Weitere rund 50 bis 60 Rettungskräfte unterstützten und kümmerten sich um die Anwohner.

Foto: Reiprich

Wesermarsch

Über 100 Einsatzkräfte bei Hochhausbrand

23. August 2020 // 13:30

Schockmoment für 99 Anwohner des Hochhauses am Mittelweg. Ein Sofa gerät im Flur des Erdgeschosses in Brand. Rauch dringt über den Fahrstuhlschacht in einige Wohnungen ein. Innerhalb weniger Minuten sind Samstagnacht rund 100 Rettungskräfte vor Ort. Das Feuer kann schnell gelöscht werden. Doch der Einsatz ist erst um 4 Uhr beendet. Verletzte gibt es laut Polizei keine.

Alarmierung erfolgt um 22.57 Uhr

Um 22.57 Uhr wird die Feuerwehr alarmiert. Ein privater Rauchmelder im vierten Obergeschoss des Hochhauses schlägt Alarm. „Noch auf der Anfahrt wurde das Feuer im Erdgeschoss bestätigt“, sagt Nordenhams Stadtbrandmeister Ralf Hoyer. Eine Teil-Evakuierung des Gebäudes wurde bereits eingeleitet.

„MANV 10“ wird ausgegeben

Nach dieser Meldung wurde das Stichwort „MANV 10“ ausgegeben. „MANV 10“ bedeutet: Massenanfall von Verletzen, bis zu zehn Personen betroffen. „Wenn es in einem Hochhaus brennt, wissen wir nicht, wie brenzlich die Situation ist“, erklärt Ralf Hoyer. So machten sich zahlreiche Rettungskräfte und Hilfsorganisationen aus dem gesamten Landkreis Wesermarsch auf den Weg nach Nordenham.

Zelte werden aufgebaut

Die Feuerwehren Nordenham und Esenshamm waren mit rund 40 Kräften vor Ort. Hinzu kamen rund 50 Einsatzkräfte des Rettungsdienstes Wesermarsch, des Technischen Hilfswerks, der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Deutschen Roten Kreuzes. Auch die Polizei, die Hausverwaltung und der Energieversorger waren vor Ort, sodass sich über 100 Menschen um das Wohlergehen der Anwohner kümmerten. Es wurden unter anderem Zelte aufgebaut, damit sich die Bewohner von dem Schock erholen konnten.

Wie ein Kamin

Auch wenn der Brand schnell gelöscht wurde, dauerte der Einsatz noch mehrere Stunden. Die meisten Rettungskräfte konnten erst gegen 4 Uhr in ihr Bett einkehren. „Wir haben nach dem Löschen jede Etage entraucht. Das war notwendig, weil der Qualm über den Fahrstuhlschacht wie bei einem Kamin durch das Gebäude gezogen ist“, erklärt Ralf Hoyer.

Eine Bewohnerin zur Untersuchung ins Krankenhaus

Nach der Entrauchung wurden die Bewohner des Hauses mit 64 Wohneinheiten in Begleitung der Einsatzkräfte in ihre Wohnungen begleitet. Laut Polizei wurde eine Bewohnerin zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Verletzt wurde nach bisherigem Ermittlungsstand niemand. Der Mittelweg wurde halbseitig gesperrt.

Wir sagen Danke

Man kann es nicht häufig genug sagen: Ein großes Dankeschön an alle Einsatzkräfte, die rund um die Uhr für uns da sind. Innerhalb von wenigen Minuten sind 100 Ehrenamtliche zum Hochhaus geeilt, um den Anwohnern zu helfen und die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Als die Alarmierung eine Stunde vor Mitternacht eintraf, haben einige der Rettungskräfte schon geschlafen oder verbrachten nach einer harten Arbeitswoche Zeit mit ihren Familien und Freunden. Doch wenn der Meldeempfänger am Gürtel piept, werden die eigenen Interessen hinten angestellt. Das ist nicht selbstverständlich. Danke, danke, danke!

Immer informiert via Messenger
Ist es die richtige Entscheidung, dass der Weihnachtsmarkt 2020 in Bremerhaven stattfinden darf?
2031 abgegebene Stimmen
Folge den Pinguins via Messenger