Der Seefelder Arzt Dr. Peter Malinowski spendet den Großteil seiner Praxiseinrichtung an die Johanniter-Auslandshilfe.

Der Seefelder Arzt Dr. Peter Malinowski spendet den Großteil seiner Praxiseinrichtung an die Johanniter-Auslandshilfe.

Foto: Stratmann

Wesermarsch

Zweites Leben für Teile der Seefelder Arztpraxis

Von nord24
25. März 2018 // 18:30

Einen voll gepackten Lastwagen mit Möbeln und medizinischen Geräten haben am Wochenende Mitglieder des Johanniter-Ortsverbands Nordenham aus der ehemaligen Arztpraxis von Dr. Peter Malinowski abgeholt und zum Lager nach Stollhamm transportiert. Das Inventar wird Ende April nach Litauen gebracht, denn dann startet die Auslandshilfe der Johanniter-Unfallhilfe (JUH) Nordenham ihren nächsten Hilfstransport nach Osteuropa.

Keinen Nachfolger gefunden

Mitte des Monats hatten der 65-jährige Landarzt und seine Ehefrau Lena die Praxis nach 33 Jahren geschlossen, um in den Ruhestand zu gehen. Seine etwa dreijährige Suche nach einem Nachfolger blieb vergebens, sodass Seefeld erstmals seit 1845 keinen Arzt mehr hat. „Ich hätte meine Einrichtung einem Nachfolger kostenlos überlassen“, sagt Peter Malinowski. Aus diesem Grund sei er jetzt auch gern bereit, sie zu spenden.

Kleine Behandlungsräume

Nach Angaben von Rolf Krause von den Johannitern gibt es in den kleineren Orten Litauens sogenannte Dorfgemeinschaftshäuser. Die verfügen jeweils auch über ein Zimmer, in dem ein von Dorf zu Dorf fahrender Arzt Patienten betreuen kann. „Wie bei uns gibt es auf dem Land in Litauen kaum noch Ärzte“, weiß Rolf Krause. Die ärztlichen Zimmer seien allerdings ziemlich spartanisch ausgestattet.

Viele Artikel eingepackt

In einigen Dorfgemeinschaftshäusern wird das bald anders sein. Neben Schränken, Tischen, Stühlen und Hockern packten die Helfer der Johanniter unter anderem ärztliche Instrumente, Arztkittel, Verbandsmaterial, eine Babywaage, eine Wickelkommode, ein Blutdruckmessgerät, einen Kühlschrank, Kinderspielzeug und vieles mehr ein. Die von Familie Malinowski gespendeten Dinge wurden erst einmal zur ehemaligen Grundschule nach Stollhamm gebracht, in der die Johanniter ein Lager mit Hilfsgütern unterhalten.

Ende April geht es auf die Reise

Ende April werden dann die gesammelten Objekte auf einen großen Lastwagen verladen. In Begleitung eines Mannschaftstransportfahrzeugs mit Anhänger geht es dann auf die rund 2200 Kilometer lange Reise nach Litauen, das seit Mai 2004 Mitgliedsstaat der Europäischen Uni on (EU) und seit Januar 2015 auch Teil des Euro-Währungsgebiets ist.  

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