Das verloren gegangene Erbstück ist wieder da: Meike Koopmann (links) und Janine Dieckmeyer übergeben Margarete Hilgen (rechts) in der CVJM-Wäscherei in Nordenham die Tischdecke.

Das verloren gegangene Erbstück ist wieder da: Meike Koopmann (links) und Janine Dieckmeyer übergeben Margarete Hilgen (rechts) in der CVJM-Wäscherei in Nordenham die Tischdecke.

Foto: Humboldt

Wesermarsch

Das verlorene Erbstück einer Nordenhamerin ist wieder aufgetaucht

Von Christoph Heilscher
10. August 2017 // 15:47

Happy-end für Margarete Hilgen. Am Donnerstag hat die Nordenhamerin bei der CVJM-Wäscherei in Nordenham  ihre Tischdecke abgeholt. Das Erbstück „mit hohem emotionalen Wert“, wie sie sagt, war der Wäscherei abhanden gekommen und ist erst durch die Berichterstattung wieder aufgetaucht.

Tischdecke an die falsche Adresse ausgeliefert

Am 10. Juli hatte Margarete Hilgen ihre Tischdecke in der Wäscherei abgegeben – am 17. Juli wurde ihr der Verlust gemeldet. Beim Waschvorgang hatte sich das Siegel gelöst, mit dem man die Decke dem Kunden zuordnen kann. Danach wurde die Tischdecke fälschlicherweise einer Kundin in Blexen ausgehändigt. Die las in der Zeitung von dem Verlust der Tischdecke und hat sich in der Wäscherei gemeldet.

Tischdecke gehörte zur Aussteuer

Die Tischdecke hatte im 1925 zur Aussteuer der Großmutter von Margarete Hilgen gehört.  Am 27. März 1945 ist die Tischdecke dann bei einem Angriff im Zweiten Weltkrieg in einem Koffer gerettet worden, als Paderborn in Flammen stand.

Im Keller einer Kirche überlebt

„Meine Mutter hat damals in einer Apotheke gearbeitet und hat in der brennenden Stadt im Keller einer Kirche überlebt. Als sie nach Hause gehen wollte, kam ihr ein Freund des Großvaters entgegen und erklärte ihr, dass das Elternhaus abgebrannt sei und keiner überlebt habe. In der Hand hatte der Mann zwei Koffer aus dem Haus – in einem befand sich die Tischdecke“, berichtete die Nordenhamerin.

Erinnerung an eine schwere Zeit

Noch heute verbindet ihre Mutter mit der 1,20 Meter mal zwei Meter großen Tischdecke viele Erinnerungen an die schwere Zeit. Deshalb sollte die 89-Jährige, die „noch immer topfit“ in Paderborn lebt, auch nichts vom Verlust erfahren. „Denn das hätte sie mächtig aufgewühlt. Nun allerdings werde ich ihr die Zeitungsberichte zeigen“, verspricht Margarete Hilgen.

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